Der Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec blickt angespannt nach Peking. Im April oder Mai entscheidet sich der Ausgang des landesweiten Volumentenders für Intraokularlinsen (IOL) in China. Das Ergebnis könnte die ohnehin angeschlagene Bilanz des Unternehmens weiter belasten.
Das Unternehmen musste kürzlich eine bifokale Linse aus einer laufenden Ausschreibung zurückziehen. Parallel dazu drängen neu zugelassene chinesische Anbieter auf den Markt für Premiumlinsen. Der zunehmende Wettbewerb dürfte bei der kommenden volumenbasierten Beschaffung zu einem massiven Preisverfall führen.
CFO Justus Felix Wehmer beziffert das Verschrottungsrisiko für unverkaufte Lagerbestände auf rund acht Millionen Euro. Dieser Einmaleffekt wird direkt das zweite Quartal belasten. Immerhin arbeitet das Management an der Zulassung eines Nachfolgemodells, um vor dem Start des nächsten Tenders wieder lieferfähig zu sein.
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Operativer Absturz und Führungsvakuum
Die Ausgangslage vor der China-Entscheidung ist denkbar schlecht. Im ersten Quartal fiel der Umsatz leicht auf 467 Millionen Euro. Das operative Ergebnis brach drastisch auf 8,1 Millionen Euro ein. Die Marge schrumpfte auf magere 1,7 Prozent.
Als Konsequenz kassierte der Vorstand die bisherigen Jahresziele vollständig ein. Ein schwacher Start und die Flaute in den Kernmärkten USA und China machten die Prognose unhaltbar. Erschwerend kommt eine personelle Baustelle hinzu. Nach der Abberufung von Ex-CEO Maximilian Foerst wegen Compliance-Verstößen führt Andreas Pecher den Konzern weiterhin nur kommissarisch.
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Neue Prognose im Mai
Abseits des asiatischen Marktes braut sich in den USA ein weiteres Risiko zusammen. Ein Basiszoll von zehn Prozent auf EU-Medizinprodukte belastet das Exportgeschäft, weitere Abgaben könnten folgen. Analysten reagierten bereits auf die zahlreichen Unsicherheiten und kappten ihre Gewinnschätzungen für die kommenden Jahre um mehr als ein Fünftel.
Am 12. Mai legt Carl Zeiss Meditec die Halbjahreszahlen vor. Spätestens dann muss das kommissarische Management eine neue Jahresprognose sowie konkrete Kostensenkungsmaßnahmen präsentieren. Fällt bis dahin auch die Tender-Entscheidung in China negativ aus, droht der Aktie ein erneuter Test des jüngsten Tiefs bei 22,62 Euro.
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