Carnival Corporation hat für sein Infrastrukturprojekt auf Grand Bahama einen Preis bekommen. Die ESG Shipping Awards in Athen zeichneten den Kreuzfahrtriesen mit dem „Community Contribution Leader Award“ aus. Im Kern geht es um etwas Handfestes: Wie schafft ein globaler Konzern echten Wert vor Ort?

Das 600-Millionen-Dollar-Projekt „Celebration Key“ setzt stark auf lokale Partnerschaften. 99 Prozent der Beschäftigten sind bahamaische Staatsbürger, der Großteil lebt direkt auf Grand Bahama. Von den über 70 Geschäften vor Ort werden mehr als 80 Prozent von Unternehmen aus den Bahamas geführt.

Die wirtschaftliche Dimension ist gewaltig. Über 20 Jahre soll das Areal rund 9,7 Milliarden Dollar zum BIP der Bahamas beitragen. Hinzu kommen Steuereinnahmen in Milliardenhöhe für die Regierung. Etwa 2.500 direkte Arbeitsplätze sind geplant.

Kapazität verdoppelt, mehr Passagiere angelegt

Parallel zur Auszeichnung meldet Carnival einen Baufortschritt: Die Pier-Erweiterung an „Celebration Key“ wurde vorzeitig fertig. Statt bisher zwei können jetzt bis zu vier Schiffe gleichzeitig anlegen. Täglich sind so über 13.000 Passagiere abfertigbar – ein Plus von 700.000 Gästen pro Jahr.

Altlast Kuba bleibt

Während die Karibik-Expansion voranschreitet, schwelt ein Rechtsstreit weiter. Der Oberste Gerichtshof der USA hat die Klage von „Havana Docks“ gegen mehrere Kreuzfahrtgesellschaften im Mai neu aufgerollt. Es geht um Docks, die 1960 von der kubanischen Regierung enteignet wurden. Zwischen 2016 und 2019 hatten die Unternehmen fast eine Million Passagiere nach Kuba gebracht. Eine frühere Entscheidung zugunsten der Reedereien hatte der Supreme Court zurückgewiesen.

Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Ein endgültiges Urteil steht aus.