Rekordnachfrage, prall gefüllte Auftragsbücher — und trotzdem sinkt der Gewinnausblick. Bei Carnival läuft das Geschäft operativ so gut wie nie, doch ausgerechnet eine strategische Entscheidung aus ruhigeren Zeiten wird zum teuren Problem: Der weltgrößte Kreuzfahrtkonzern sichert seine Treibstoffkosten nicht ab.
Ölpreis trifft ungeschütztes Ergebnis
WTI-Rohöl kletterte zwischenzeitlich von 71 Dollar im März auf über 111 Dollar je Barrel. Für Carnival, den einzigen großen Kreuzfahrtkonzern ohne Hedging-Programm, schlägt das direkt auf die Ergebnisrechnung durch. CEO Josh Weinstein räumte das auf einem Branchentreffen in Miami Beach offen ein: „Es ist wahr, es wird uns in diesem Moment schaden.“
Die Konsequenz ist konkret: Carnival senkte seinen bereinigten Jahresgewinn je Aktie auf rund 2,21 Dollar — gegenüber einer früheren Erwartung von bis zu 2,48 Dollar. Zacks Research kürzte die EPS-Schätzung für das zweite Quartal auf 0,34 Dollar, nach zuvor 0,49 Dollar.
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Buchungen auf Rekordniveau, Prognose dennoch gestutzt
Das operative Bild könnte kaum schärfer im Kontrast stehen. Rund 85 Prozent der Kapazitäten für 2026 sind bereits zu historisch hohen Preisen ausgebucht, die Nachfrage reicht bis in die Saison 2028. Kundenanzahlungen erreichten mit knapp 8 Milliarden Dollar einen Quartalsrekord — etwa zehn Prozent mehr als im Vorjahr.
Carnival erwartet, den Energiekostenschock durch operative Verbesserungen von rund 150 Millionen Dollar beim bereinigten Jahresnettoergebnis teilweise zu kompensieren. Das Langfristzielrahmenwerk „PROPEL“ zielt auf weiteres Gewinnwachstum und erhöhte Ausschüttungen bis 2029.
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Hauptversammlung und Rückkaufprogramm
Heute tagt die Hauptversammlung — ein Schritt, der laut Unternehmensangaben Voraussetzung für den Start des milliardenschweren Aktienrückkaufprogramms ist. Das Board hatte ein initiales Programm über 2,5 Milliarden Dollar autorisiert.
An der Wall Street bleibt das Konsens-Kaufrating bestehen, allerdings mit gesenkten Kurszielen. Citigroup hält an „Kaufen“ fest mit Ziel 35 Dollar, Wells Fargo empfiehlt „Übergewichten“ mit Ziel 37 Dollar. Bernstein ist skeptischer: „Marktperform“ mit einem Kursziel von 28,70 Dollar.
Die eigentliche Frage für den weiteren Kursverlauf lautet, ob Carnival an seiner No-Hedge-Strategie festhält oder unter Ergebnisdruck nachgibt. Weinstein deutete an, stattdessen auf Effizienz zu setzen — weniger Verbrauch statt Absicherung. Ob das bei anhaltend hohen Ölpreisen reicht, wird sich spätestens mit den nächsten Quartalszahlen zeigen, die auch ein Update zur flottenweit angelegten Modernisierungsinitiative umfassen sollen.
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