Gestern hat CATL eine Vereinbarung mit Copenhagen Infrastructure Partners geschlossen. Der Batteriekonzern übernimmt die Ausrüstung für das mexikanische Solarprojekt La Alegría. Vorgesehen ist die Lieferung eines Batteriespeichersystems mit einer Leistung von 313 Megawatt und einer Kapazität von 1.639,45 Megawattstunden. Medienberichten zufolge handelt es sich dabei um das bislang größte Speichersystem des Landes.

Internationale Ausrichtung gewinnt an Gewicht

Der Abschluss unterstreicht das Bestreben des Konzerns, das Geschäft mit stationären Großspeichern jenseits des Heimatmarktes zu verankern. Während die Verflechtung im internationalen Solarsektor wächst, rückt neben Asien vor allem das Projektgeschäft auf dem amerikanischen Kontinent in den Fokus. Für institutionelle Investoren spielen verlässliche Lieferketten bei industriellen Großspeicheranlagen eine zentrale Rolle.

Parallel dazu treibt das Unternehmen seine Präsenz in Europa voran. Am 22. September begann CATL die Testproduktion im neu errichteten Batteriezellenwerk im ungarischen Debrecen. Dort liefen erste Fertigungslinien für die Zellenherstellung an. Zudem eröffnete der Konzern am 24. September in Oslo eine Servicestelle mit einer Fläche von 8.000 Quadratmetern zur Betreuung skandinavischer Kunden.

Diese Schritte verdeutlichen den Ausbau lokaler Strukturen mit eigener Fertigung und technischer Betreuung vor Ort. Zugleich vernetzt sich CATL im europäischen Logistiksektor.

Im Rahmen einer Absichtserklärung mit der DHL Group soll die Entwicklung emissionsfreier Frachtkorridore in Europa vorangetrieben werden. Damit zielt das Management darauf ab, industrielle Partner über den reinen Automobilsektor hinaus an die eigene Technologieplattform zu binden.

Nutzfahrzeuge und Kapitalmaßnahmen

Auch auf Produktebene erweitert der Hersteller sein Angebot für gewerbliche Kunden. Auf der Branchenmesse IAA Transportation in Hannover stellte das Unternehmen die Plattform TECTRANS II für Nutzfahrzeuge vor. Die Neuentwicklung unterstützt Reichweiten von bis zu 1.000 Kilometern und erlaubt eine Schnellladung auf 80 Prozent innerhalb von 25 Minuten.

Mit diesem Vorstoß adressiert CATL gezielt die Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs. Da Flottenbetreiber bei der Umstellung auf alternative Antriebe vor allem auf Einsatzzeiten und kurze Ladezyklen achten, setzt der Konzern verstärkt auf hochleistungsfähige Gesamtlösungen für gewerbliche Straßentransporte.

Flankiert wird die geschäftliche Expansion von Maßnahmen zur Kapitalsteuerung. Zur langfristigen Refinanzierung legte das Unternehmen den Prospekt für eine neue grüne Innovationsanleihe vor und leitete an der Börse in Shenzhen den Rückkauf eigener A-Aktien ein. Diese Schritte stützen die finanzielle Flexibilität für die weltweiten Investitionsvorhaben.

Vor rund zwei Wochen rückte die Abwanderung chinesischer Autobauer bei Batterien in den Fokus der Anleger, seither gab die Notierung um 4,7 Prozent nach. Der Vorstoß in den mexikanischen Speichermarkt verdeutlicht jedoch, dass CATL bestehende Risiken im Pkw-Geschäft durch internationale Großprojekte im Energiebereich ausbalanciert.