Die Analystensenkungen vom Dienstag zeigen, warum das starke Umsatzwachstum von CATL Anleger nicht überzeugt: Die Profitabilität gerät unter Druck. Enttäuschende Quartalszahlen lösten gestern einen Kursverlust von 12% aus. Entscheidend ist damit nicht allein die Nachfrage nach Batterien, sondern wie viel Gewinn CATL mit dem zusätzlichen Geschäft erwirtschaften kann.
Analysten bewerten die Ertragsaussichten vorsichtiger
J.P. Morgan stufte die in Hongkong notierten CATL-Aktien am Dienstag von „Übergewichten“ auf „Neutral“ ab. Das Kursziel sank von 725 HKD auf 500 HKD. Als Begründung nannte das Haus eine schneller als erwartet nachlassende Profitabilität der Branche.
Diese Einschätzung betrifft mehr als ein einzelnes Quartal. Sie stellt infrage, wie gut sich steigende Absatz- und Umsatzvolumina in höhere Erträge übersetzen lassen. Für Anleger verschiebt sich der Bewertungsmaßstab damit vom Wachstumstempo zur Qualität dieses Wachstums.
Citi senkte am Dienstag ebenfalls das Kursziel für die A-Aktien: von 500 RMB auf 479 RMB. Das Haus verwies auf schwächere Bruttomargen als erwartet, höhere Aufwendungen und Wertminderungsverluste.
Die beiden Einschätzungen betreffen unterschiedliche Aktiengattungen und Handelswährungen. Ihre Kursziele sind deshalb nicht unmittelbar miteinander vergleichbar. Inhaltlich weisen die Begründungen jedoch in dieselbe Richtung: Die Ertragsentwicklung hält mit den Wachstumserwartungen nicht ausreichend Schritt.
Umsatzwachstum allein reicht nicht
Im dritten Quartal 2026 stieg der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahr um 14,54% auf 21,246 Milliarden RMB. Reuters führte das gebremste Gewinnwachstum auf den scharfen Wettbewerb im Batteriemarkt und die nachlassende Wachstumsdynamik der chinesischen Autoverkäufe zurück.
Damit steht CATL vor einer anspruchsvollen Kombination: Das Geschäft wächst deutlich, während Wettbewerb und Kosten die Ergebnisentwicklung begrenzen. Die Zahlenenttäuschung erklärt sich folglich nicht durch fehlendes Wachstum, sondern durch dessen begrenzte Wirkung auf den Gewinn.
Der Quartalsumsatz legte um 58,58% auf 165,221 Milliarden RMB zu. Dieser kräftige Zuwachs konnte die Sorgen um die Profitabilität nicht ausräumen.
CATL setzt auf Verhandlungen mit Kunden
Bei der Investorenveranstaltung am Dienstag verwies CATL unter anderem auf Veränderungen im Produktmix und geringere Exportsteuererstattungen als Belastungen für die Profitabilität je Einheit. Das Unternehmen erklärte, mit Kunden über eine Aufteilung der Auswirkungen politischer Maßnahmen zu sprechen.
Solche Gespräche sind noch keine bestätigte Entlastung. Für die Einordnung der Aktie ist daher wichtig, zwischen einer möglichen Weitergabe von Belastungen und bereits erzielten Verbesserungen zu unterscheiden.
Zugleich erklärte CATL, die weltweite Nachfrage nach Antriebs- und Energiespeicherbatterien könnte weniger pessimistisch ausfallen als vom Markt erwartet. Das setzt einen Gegenpunkt zu den Analystensenkungen, beantwortet aber nicht die Margenfrage. Eine stärkere Nachfrage wäre hilfreich; ausschlaggebend für eine Neubewertung bleibt, welchen Ertrag CATL daraus erzielen kann.
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