DBS hat heute die Kursziele für CATL gesenkt und zugleich die Kaufempfehlung bestätigt. Für die A-Aktie setzt die Bank das Ziel von 484 auf 438 Yuan herab. Die Analysten sehen langfristiges Wachstumspotenzial, rechnen wegen höherer Steuern und eines ungünstigeren Produktmixes aber mit schwächerer Profitabilität.
Damit bleibt die Einschätzung zweigeteilt: CATL kann nach Ansicht der Bank weiter wachsen. Von jeder verkauften Batterie dürfte jedoch weniger Gewinn übrig bleiben. Für Anleger rückt deshalb die Frage in den Vordergrund, wie weit steigende Auslieferungen den Druck auf die Stückerträge ausgleichen können.
Weniger Gewinn je Aktie erwartet
Für 2027 reduziert DBS die Prognose für den Gewinn je Aktie von 24,2 auf 21,9 Yuan. Die Kürzung zeigt, dass die Bank die Belastungen nicht auf ein einzelnes Quartal begrenzt sieht.
Die vor gut einer Woche veröffentlichten Quartalszahlen liefern dafür den Hintergrund. Das Gewinnwachstum hatte die Erwartungen verfehlt. DBS verweist auf einen höheren Anteil niedrigerpreisiger Produkte und zusätzliche steuerliche Belastungen. Beides schwächt die Ertragskraft trotz kräftig wachsender Verkäufe.
Im dritten Quartal 2026 lag der Gewinn je Wattstunde nach Angaben der Bank bei 0,082 Yuan. Das entsprach einem Rückgang um 16 Prozent gegenüber dem Vorquartal und blieb unter den Markterwartungen.
Für die Bewertung ist dieser Stückertrag entscheidend: Ein höherer Absatz allein garantiert kein entsprechend starkes Gewinnwachstum. Die Kaufempfehlung beruht daher nicht auf kurzfristig stabilen Margen, sondern auf der Erwartung einer längerfristigen Geschäftsausweitung.
Steueränderungen belasten die Kalkulation
DBS erwartet, dass Chinas Mehrwertsteuererstattung für Batterieexporte 2027 von 6 Prozent auf null sinkt. Damit würde ein weiterer Teil der bisherigen steuerlichen Entlastung entfallen.
Die Bank beschreibt zudem einen Mechanismus, der die Belastung unmittelbar auf die Hersteller verlagert: Diese absorbieren die Verbrauchsteuer weitgehend über ihre steuerinkludierten Preise. Die Abgabe lässt sich damit nicht einfach vollständig an die Kunden weiterreichen.
Seit September beträgt die Verbrauchsteuer auf Batterien 2 Prozent. Im September 2027 soll sie auf 4 Prozent steigen.
Das erklärt, weshalb DBS trotz langfristig positiver Absatzperspektiven vorsichtiger kalkuliert. Die steuerlichen Veränderungen treffen auf einen Produktmix, der die Profitabilität bereits belastet. Mehr Volumen muss deshalb zunächst sinkende Erträge je Einheit auffangen.
Absatzwachstum als Gegengewicht
CATL strebt für 2027 ein Wachstum der Auslieferungen um 20 bis 30 Prozent an. Darüber hinaus erwartet das Unternehmen bis 2030 eine stetige Ausweitung des Absatzes.
DBS sieht darin einen möglichen Ausgleich, aber keine vollständige Absicherung. Sollte die Auslandsnachfrage nach Elektroauto- und Speicherbatterien stärker ausfallen als erwartet, könnten zusätzliche Auslieferungen den Rückgang der Stückgewinne teilweise kompensieren.
Die gesenkten Kursziele bei unverändertem Kaufurteil bringen genau diese Abwägung zum Ausdruck: Wachstum bleibt die Chance, die schwächere Profitabilität begrenzt den Bewertungsspielraum.
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