Am Donnerstag hat der Verwaltungsrat von CATL wichtige Beschlüsse zur internationalen Expansion und zur Absicherung von Rohstoffen gefasst. Das Führungsgremium genehmigte ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von 50 Millionen Euro für die Tochtergesellschaft des spanischen Batteriewerks sowie eine Garantie von bis zu 130 Millionen USD für ein Projekt in der indonesischen Lieferkette. Darüber hinaus gab das Gremium den Weg für Vereinbarungen zur Beschaffung von Kupferkathoden im Wert von bis zu 320 Millionen USD frei.

Die Genehmigungen unterstreichen das Bestreben des Konzerns, weltweite Produktionskapazitäten und Lieferbeziehungen enger an sich zu binden. Vor allem in Europa und Südostasien treibt das Unternehmen den Aufbau lokaler Infrastrukturen voran, um internationale Fahrzeughersteller direkt vor Ort beliefern und logistische Risiken verringern zu können.

Standorte in Europa und Asien

Auf dem europäischen Markt erreichte der Batteriehersteller im September operative Etappenziele. Im ungarischen Debrecen lief der Probebetrieb auf den ersten beiden Zellfertigungslinien an, nachdem alle erforderlichen Genehmigungen vorlagen.

Nach dem vollständigen Ausbau soll das Werk dort eine Kapazität von 100 GWh erreichen. Zudem nahm der Konzern in Oslo ein 8.000 Quadratmeter großes Servicezentrum in Betrieb, um Kunden in der nordischen Region zu unterstützen.

Der Ausbau der physischen Präsenz erfolgt in einer Phase, in der Automobilhersteller zunehmend versuchen, ihre Bezugsquellen für Batteriezellen breiter aufzustellen.

Staatliche Medien in China warnten in diesem Zusammenhang davor, solche Diversifizierungsbemühungen als Abkehr von etablierten Branchenführern darzustellen. Zudem wurde betont, dass eine einseitig über den Preis geführte Beschaffung den Fokus auf Sicherheit und Qualität beeinträchtigen könne.

Marktposition und Aktienrückkäufe

Laut Medienberichten hielt CATL im August einen Anteil von mehr als 41 Prozent am chinesischen Markt für Antriebsbatterien. Am 18. September ordnete das Analysehaus UOB Kay Hian die Ertragslage ein: Demnach begrenzen bestehende Preis-Kosten-Koppelungen sowie steuerliche Weitergabemechanismen die direkten Auswirkungen von Rohstoffpreisschwankungen auf den Stückgewinn des Konzerns.

Für Investoren steht parallel dazu die Steuerung der Kapitalstruktur im Blickpunkt. Neben den Ausgaben für neue Werke und Lieferketten nutzt das Management liquide Mittel gezielt, um den Kapitalmarkt zu stabilisieren und die Zahl der frei handelbaren Anteile zu reduzieren.

Am Mittwoch bestätigte das Unternehmen Rückkäufe eigener A-Aktien, die zur Einziehung bestimmt sind. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, hatte CATL im September bereits 3,098 Millionen A-Aktien für 946,97 Millionen Yuan erworben.