Der weltgrößte Batteriehersteller wagt sich in neues Terrain vor. CATL führt eine Seed-Finanzierungsrunde für das Fusions-Startup Beta Fusion an – ein milliardenschweres Investment in chinesischen Yuan.

Damit signalisiert der Konzern einen strategischen Wandel. CATL will sich vom reinen Batterieproduzenten zum umfassenden Clean-Energy-Anbieter entwickeln. Die Fusionstechnologie soll künftig Rechenzentren mit Strom versorgen – ein Geschäft, das durch den KI-Boom exponentiell wächst.

Das steckt hinter dem Deal

Beta Fusion wurde Ende 2025 gegründet. Das Startup setzt auf die sogenannte Field-Reversed-Configuration-Technologie (FRC), eine spezielle Form der Kernfusion. Das Ziel: in sechs bis acht Jahren netzgekoppelte Kraftwerke mit 50 bis 100 Megawatt Leistung zu betreiben.

Für CATL ist es nicht der erste Schritt in Richtung KI-Infrastruktur. Bereits zuvor investierte das Unternehmen in Zhongheng Electric und den Rechenzentrumsbetreiber 21Vianet. Die Botschaft des Managements ist klar: Energieversorgung und Rechenleistung wachsen zusammen.

Vom E-Auto zur Energiewende

Noch vor fünf Jahren machte stationäre Energiespeicherung nur zwei Prozent von CATLs Umsatz aus. Heute sind es rund 25 Prozent. Bis 2030 soll dieser Anteil auf die Hälfte des globalen Umsatzes steigen.

Die Treiber: der kaum elastische Strombedarf von Rechenzentren und der Trend zu günstigeren Batteriechemien wie LFP und Natrium-Ionen. CATL hat in Xiamen eine riesige Testanlage für Energiespeicher eröffnet. Im dritten Quartal 2026 sollen die ersten kommerziellen Lieferungen von Natrium-Ionen-Speichern starten. Das Unternehmen erwartet, dass diese Technologie noch dieses Jahr preislich mit LFP-Batterien gleichzieht.

Die Aktie bleibt unter Druck. Am Donnerstag schloss CATL bei 382,20 CNY – ein Minus von 1,62 Prozent. Der Kurs liegt 18,46 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 468,75 CNY. Die RSI-Kennzahl von 35,5 deutet auf eine leichte Überverkauftheit hin. Dennoch dominiert CATL den chinesischen Markt mit einem Anteil von 46 Prozent an allen Batterieinstallationen im Mai 2026. Der Einstieg in die Kernfusion ist ein langfristiges Signal. Kurzfristig zählen die Zahlen aus dem operativen Geschäft.