Der weltgrößte Batteriehersteller CATL versucht dem jüngsten Abverkauf seiner Papiere mit massiven Aktienrückkäufen und einer milliardenschweren Anleiheemission entgegenzuwirken.

Am heutigen Mittwoch erwarb der Konzern an der Börse in Shenzhen 665.100 eigene A-Aktien für knapp 200 Millionen Yuan. Dennoch notiert die Aktie heute mit einem Minus von 1,2 Prozent bei 300,83 CNY und liegt damit rund 36 Prozent unter ihrem im Mai erreichten 52-Wochen-Hoch.

Stützungskäufe und Liquiditätssicherung

Die jüngste Transaktion reiht sich in eine Serie umfangreicher Marktstützungen ein. Allein am Montag hatte das Unternehmen rund 3,69 Millionen eigene Anteilsscheine im Gegenwert von etwa 1,1 Milliarden Yuan erworben, die eingezogen werden sollen. Mitte September flossen bereits an einzelnen Handelstagen Beträge von 947 Millionen sowie 456 Millionen Yuan in den Rückkauf eigener Anteile.

Parallel dazu sichert sich der Konzern frische Liquidität für das operative Geschäft. Am vergangenen Sonntag legte CATL den Emissionsprospekt für eine grüne Innovationsanleihe mit einem Gesamtvolumen von 4,5 Milliarden Yuan vor.

Die Emission teilt sich in eine Tranche über 4,0 Milliarden Yuan mit einer Laufzeit von drei Jahren plus Verlängerungsoption sowie eine fünfjährige Tranche über 500 Millionen Yuan auf.

Die Mittel dienen der Finanzierung des Betriebskapitals von vier bestehenden Produktionsstandorten, darunter Fuding und Jiangsu, mit einer Gesamtkapazität von rund 460 Gigawattstunden. Eine Ausweitung der Kapazitäten ist mit diesem Schritt nicht verbunden.

Expansion in Europa erreicht Meilenstein

Operativ treibt das Unternehmen seine internationale Expansion ungeachtet der Börsenschwäche voran. Am Dienstag startete CATL die Testproduktion der ersten beiden Batteriezellenlinien im neuen Werk im ungarischen Debrecen.

Der Standort stellt nach Deutschland die zweite europäische Fertigungsbasis des Konzerns dar. Vor dem Start des Probebetriebs hatten die Behörden des Komitats Hajdú-Bihar nach wiederholten Kontrollen bestätigt, dass sämtliche Umwelt- und Sicherheitsauflagen erfüllt sind.

In der nun angelaufenen Testphase werden Anlagen und Prozesse für die spätere Massenfertigung optimiert. Nach dem vollständigen Ausbau soll das Werk auf eine Jahreskapazität von 100 Gigawattstunden kommen und vor allem europäische Fahrzeughersteller beliefern. Batteriemodule werden an dem ungarischen Standort bereits seit dem Herbst 2024 gefertigt, wobei das Unternehmen bislang mehr als 530.000 Module ausgeliefert hat.

Autobauer suchen Alternativen

Belastet wird die Stimmung der Anleger durch Bestrebungen chinesischer Automobilhersteller, ihre Lieferketten breiter aufzustellen. Konzerne wie Li Auto, Xiaomi und Xpeng investieren zunehmend in konkurrierende Batterieproduzenten wie Sunwoda oder CALB, um ihre Abhängigkeit vom Marktführer zu verringern. Dies schürte am Markt Befürchtungen über eine nachlassende Dominanz des Branchenprimus.

Die Fundamentaldaten unterstreichen allerdings weiterhin die Ertragskraft von CATL. Im ersten Halbjahr 2026 kletterte der Nettogewinn um fast 42 Prozent auf 43,28 Milliarden Yuan.

Nach Daten des Branchenbeobachters SNE Research stiegen die weltweiten Batterieinstallationen des Konzerns von Januar bis Juli 2026 im Vorjahresvergleich um 26,6 Prozent auf 289,6 Gigawattstunden, womit CATL seinen globalen Marktanteil auf knapp 40 Prozent ausbaute.