Der weltgrößte Batteriekonzern CATL sieht sich auf seinem Heimatmarkt mit wachsenden Unabhängigkeitsbestrebungen seiner Abnehmer konfrontiert. Am Freitag kündigte Xpeng-Chef He Xiaopeng anlässlich einer Fahrzeugvorstellung an, Batteriezellen künftig in Eigenregie zu fertigen. Der Schritt verdeutlicht das Bestreben chinesischer Automobilhersteller, Abhängigkeiten vom dominierenden Zelllieferanten schrittweise zu verringern.

Neue Fabrik in Ägypten und europäische Partnerschaft

CATL reagiert auf die veränderten Vorzeichen im Heimatland mit einer verstärkten internationalen Ausrichtung. Am 13. September unterzeichnete der Konzern ein Kooperationsabkommen mit dem ägyptischen Batteriehersteller BME über den stufenweisen Aufbau einer Fertigung.

In der ersten Ausbaustufe ist eine Jahreskapazität von einer Gigawattstunde für schwere Nutzfahrzeuge vorgesehen. In der zweiten Phase soll die Gesamtkapazität auf fünf Gigawattstunden steigen und auch Speicher- sowie Pkw-Zellen umfassen.

Parallel dazu treibt das Unternehmen technologische Kooperationen in Europa voran. Gemeinsam mit Octopus Energy gründete CATL das Gemeinschaftsunternehmen Swaptopus für ein europäisches Batteriewechselnetz bei Nutzfahrzeugen. Zum Einsatz kommt dabei die neue Lkw-Batterie TECTRANS II, die mit überdurchschnittlicher Energiedichte und Schnellladefähigkeit speziell für den Schwerlastverkehr ausgelegt ist.

Dieses Vorgehen zielt darauf ab, lukrative Absatzkanäle abseits des chinesischen Pkw-Markts zu erschließen. In China geraten die Margen der Automobilhersteller zunehmend unter Druck, was den Verhandlungsspielraum für Zulieferer verengt. Flottenlösungen und Speicheranwendungen im Ausland bieten dafür einen strategischen Ausgleich.

Hohe Profitabilität im Auslandsgeschäft

Dass diese Ausrichtung wirtschaftlich greift, belegen die Zahlen des ersten Halbjahres 2026. Der Auslandsumsatz von CATL kletterte um 42,35 Prozent auf 87,13 Milliarden Yuan. Mit einer Bruttomarge von 29,97 Prozent erwies sich das internationale Geschäft als deutlich ertragsstärker als der Heimatmarkt.

Auch die heimische Materialversorgung sichert der Konzern parallel weiter ab. Bei einem Gemeinschaftsprojekt mit Fulin Precision für hochverdichtetes Lithium-Eisenphosphat nahm der Produktionsbereich Zone B den regulären Betrieb auf. Die Anlage liefert Vorprodukte für Hochenergiezellen und Energiespeicher, um die Fertigungslinien künftig zuverlässig zu speisen.

An der Börse spiegeln die Notierungen die Herausforderungen im Heimatmarkt dennoch wider. Am Freitag schloss das Papier bei 301,95 CNY. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief beträgt 1,0 Prozent. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch weist der Titel einen Abstand von minus 36 Prozent auf.