Der chinesische Batterieriese Contemporary Amperex Technology (CATL) baut sein Europa-Geschäft aus. Gemeinsam mit dem britischen Energieversorger Octopus Energy gründet CATL das Joint-Venture „Swaptopus“. Ziel ist ein Netz von Wechselstationen für schwere Elektro-Lkw.
Die Technik klingt simpel: Statt stundenlang zu laden, tauscht der Fahrer den leeren Akku gegen einen vollen aus. CATL verspricht: Ein 500-kWh-Paket ist in rund fünf Minuten gewechselt. Damit wäre der sogenannte Batteriewechsel schneller als jedes Schnellladegerät. Vorausgesetzt, die Infrastruktur steht.
Mega-Hubs ab 2027
Der Startschuss fällt in Großbritannien. Die ersten „Mega-Hubs“ sollen 2027 in Betrieb gehen. Bis 2035 ist ein Netz mit über 30 Stationen quer durch Europa geplant. Die Betreiber rechnen mit privaten Investitionen von mehr als 30 Milliarden Pfund. Das System könnte dann über 300.000 schwere Elektro-Lkw versorgen.
CATL bringt Erfahrung aus China mit. Dort betreibt das Unternehmen bereits Hunderte Wechselstationen. In Europa läuft parallel ein Pilotprojekt: Zwei DeepWay-Lkw testen die Technik in Hamburg.
Noch ambitionierter ist die zweite Stufe. Die Stationen selbst sollen als riesige Stromspeicher dienen. Via Vehicle-to-Grid-Technologie (V2G) könnten sie überschüssige Energie ins Netz einspeisen – und bei Spitzenlast für Stabilität sorgen.
Gespräche mit Lkw-Herstellern
CATL ist nach eigenen Angaben in Verhandlungen mit großen europäischen Nutzfahrzeugherstellern. DAF, Iveco und Volvo Trucks stehen auf der Liste. Sie müssten ihre Lkw für die standardisierten CATL-Akkus ausrüsten. Ohne kompatible Fahrzeuge bleiben die Stationen leer.
Der Schritt in den europäischen Schwerlastverkehr ist für CATL eine strategische Erweiterung. Das Unternehmen dominiert bereits den globalen Markt für Batteriespeichersysteme. Hinzu kommt das Geschäft mit Akkus für Elektroautos. Der Transportsektor könnte das nächste große Standbein werden.
Die entscheidende Frage: Finden sich genug Flottenbetreiber, die auf das System umsteigen? Der Erfolg der ersten britischen Mega-Hubs wird zeigen, ob CATLs Europa-Offensive aufgeht.
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