CATL: Natrium-Ionen-Auslieferung ab September 2026

Chinesischer Batterieriese CATL kämpft mit Umweltvorwürfen in Ungarn und treibt gleichzeitig die Produktion neuer Natrium-Ionen-Batterien voran.

Contemporary Amperex Technology Aktie
Kurz & knapp:
  • Ermittlungen nach Chemie-Unfall in Debrecen
  • Natrium-Ionen-Batterien ab September 2026
  • Kostenvorteil durch fallende Anodenpreise
  • Aktie unter 52-Wochen-Hoch gefallen

Der chinesische Batterieriese CATL erlebt eine Woche der Gegensätze. Während die Produktion der neuen Natrium-Ionen-Zellen Fahrt aufnimmt, laufen in Ungarn die Umweltbehörden Sturm. Die Aktie schloss am Freitag bei 79,05 Euro – ein Minus von 0,93 Prozent an einem Tag und 3,26 Prozent über die Woche.

Trotz der jüngsten Schwäche notiert das Papier mit einem Jahresplus von 37,72 Prozent deutlich über dem 200-Tage-Schnitt von 61,28 Euro. Der RSI von 54 signalisiert eine neutrale Marktlage.

Behörden ermitteln nach Chemie-Unfall

In Debrecen haben mehrere ungarische Ämter ein Verfahren gegen CATL eingeleitet. Auslöser: Eine „grüne Flüssigkeit“ gelangte illegal aus einem Abwasserrohr in die Kanalisation. Das Unternehmen spricht von einer Druckprobe ohne Gesundheits- oder Umweltgefahr.

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Die Behörden sehen das anders. Sie entzogen der Fabrik die Genehmigung für die industrielle Abwasser-Vorbehandlung. Zwar entfernte CATL die Verunreinigung fristgerecht, und erste Tests zeigten keine erhöhten Schadstoffwerte. Dennoch drohen Strafen. Das ungarische Bodenministerium ordnete zudem eine Sonderuntersuchung an.

Natrium-Ionen-Batterien: Auslieferung ab September

Parallel zu den Problemen in Europa treibt CATL die nächste Technologie-Generation voran. Die ersten Natrium-Ionen-Energiespeicher sollen im September 2026 ausgeliefert werden. Ziel ist es, sich von der Lithium-Abhängigkeit zu lösen.

Ein entscheidender Kostenfaktor: der Preis für Hartkohle-Anoden. Er soll von umgerechnet 60.000 bis 70.000 Yuan pro Tonne im Jahr 2024 auf 35.000 bis 40.000 Yuan 2026 fallen. Das macht die Technologie konkurrenzfähig zu Lithium-Eisenphosphat-Akkus. Bereits jetzt sicherte sich CATL einen Dreijahresvertrag über 60 GWh mit HyperStrong.

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Lithiummarkt im Umbruch

Für die Bewertung von CATL bleibt der Lithiumpreis zentral. Zuletzt sorgte die Stilllegung der Jianxiawo-Mine in Jiangxi für Unruhe. Die Anlage förderte jährlich 150.000 Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent – ein Preistreiber der vergangenen Monate.

Entlastung könnte ein großer Fund in der chinesischen Provinz Hunan bringen. Das Jijiaoshan-Feld enthält schätzungsweise 540 Millionen Tonnen lithiumhaltiges Erz. Der Gehalt ist mit 0,268 Prozent Lithiumoxid zwar niedrig. Doch die Fördermenge von jährlich 88.000 Tonnen stärkt die heimische Versorgungskette.

Die Aktie notiert 9,08 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 86,94 Euro vom Juni. Die 50-Tage-Linie bei 74,16 Euro gilt als erste Unterstützung. Ob der langfristige Aufwärtstrend intakt bleibt, hängt vom Ausgang der ungarischen Untersuchung und dem erfolgreichen Start der Natrium-Ionen-Produktion ab.

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