Die Angst am Aktienmarkt verfliegt. Der Volatilitätsindex VIX sackte am 6. Mai um rund fünf Prozent ab und notiert nun zwischen 16,4 und 17,0 Punkten. Das ist eine deutliche Kehrtwende im Vergleich zum März, als der Index noch über die Marke von 31 kletterte.

Geopolitik und Ölpreise entlasten Märkte

Auslöser für die neue Zuversicht sind Berichte über eine mögliche Friedenslösung zwischen den USA und dem Iran. Die Nachricht drückte die Ölpreise massiv nach unten. Brent-Öl verlor fast acht Prozent und rutschte unter die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel.

Parallel dazu stützten solide Arbeitsmarktdaten die Stimmung. Die ADP-Zahlen für April übertrafen mit 109.000 neuen Stellen im Privatsektor die Erwartungen. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen sank daraufhin auf 4,35 Prozent.

KI-Rally drückt Volatilität weiter

Vor allem der Technologiesektor trieb die Kurse von S&P 500 und Nasdaq auf neue Rekordhochs. Advanced Micro Devices (AMD) fungierte dabei als wichtigster Impulsgeber. Die Aktie schoss nach starken Quartalszahlen und einem optimistischen Ausblick um mehr als 18 Prozent nach oben.

Auch andere Wachstumswerte profitierten von der Euphorie um künstliche Intelligenz. Super Micro Computer kletterte um rund 24,5 Prozent, während Nvidia ein Plus von 5,7 Prozent verbuchte. Disney legte nach überzeugenden Geschäftszahlen um 7,5 Prozent zu.

Corning verzeichnete einen Kurssprung von fast 12 Prozent. Grund dafür ist eine neue Infrastruktur-Vereinbarung mit Nvidia. Diese starken Kursgewinne großer Konzerne verdrängten die Absicherungskosten am Optionenmarkt fast vollständig.

VIX testet Jahrestiefs

Charttechnisch nähert sich der VIX Niveaus an, die zuletzt zu Beginn des Jahres Bestand hatten. Der Index notiert nun klar unter seinen gleitenden Durchschnitten der letzten 50 und 100 Tage. Marktteilnehmer preisen damit ein deutlich stabileres Umfeld ein als noch im turbulenten März.

In den kommenden Handelstagen rückt die Beständigkeit der Friedensbemühungen in den Fokus. Bleibt der Ölpreis unter Druck, dürfte das die Volatilität weiter deckeln. Händler achten nun vor allem auf die Entwicklung der Anleiherenditen und weitere Details zum Iran-Abkommen.