Chevron: 20 Millionen Barrel/Tag Ausfälle im Nahen Osten

Chevron-Chef Mike Wirth prognostiziert echte Versorgungsengpässe. Der Konzern übertrifft Gewinnerwartungen und steigert die Produktion nach Hess-Übernahme.

Chevron Aktie
Kurz & knapp:
  • Warnung vor physischer Ölknappheit
  • Brent-Rohöl bei rund 114 Dollar
  • Chevron übertrifft Gewinnerwartungen
  • Produktion steigt nach Hess-Übernahme

Chevron-Chef Mike Wirth schlägt Alarm. Der globale Ölmarkt steht vor einem strukturellen Wandel: Die Zeit der reinen Preisschwankungen endet, echte physische Engpässe rücken näher. Traditionelle Puffer wie strategische Reserven und Schattenflotten schmelzen rasant ab.

Die Rohstoffmärkte spiegeln diese Anspannung bereits wider. Brent-Rohöl notiert aktuell bei rund 114 US-Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI kratzt an der Marke von 105 Dollar. Ein massiver Einbruch der nahöstlichen Exporte treibt das Preisniveau. Schätzungen zufolge fehlen dem Weltmarkt täglich rund 20 Millionen Barrel an Rohöl und Raffinerieprodukten.

Im eigenen Geschäft profitiert der US-Konzern von seiner Größe. Im abgelaufenen Quartal übertraf Chevron mit einem bereinigten Gewinn von 2,8 Milliarden US-Dollar die Erwartungen der Wall Street. Der Umsatz blieb zwar leicht hinter den Prognosen zurück, was das Management auf schwächere Preise in den ersten Jahreswochen zurückführt. Aktionäre profitieren derweil von Ausschüttungen in Milliardenhöhe durch Aktienrückkäufe und Dividenden.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Chevron?

Produktion wächst nach Hess-Übernahme

Operativ zahlt sich die abgeschlossene Integration der Hess Corporation aus. Die weltweite Produktion kletterte im Jahresvergleich um 15 Prozent auf 3,86 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag. In den Vereinigten Staaten fördert das Unternehmen nun dauerhaft mehr als zwei Millionen Barrel täglich. Neue Projekte im Golf von Mexiko sollen das Wachstum weiter stützen.

Um die Margen auch bei schwankenden Rohstoffnotierungen abzusichern, drückt das Management auf die Kostenbremse. Ein strukturelles Sparprogramm soll bis zum Jahresende Einsparungen im Milliardenbereich liefern. Eine extrem niedrige Verschuldungsquote gibt dem Konzern zusätzlichen Spielraum gegenüber europäischen Konkurrenten.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Chevron?

Aktie im überkauften Bereich

An der Börse reagieren Investoren auf die Gemengelage aus starken Fundamentaldaten und geopolitischen Risiken mit hoher Handelsaktivität. Die Chevron-Aktie ging am Donnerstag bei 155,54 Euro aus dem Handel. Auf Jahressicht verbucht das Papier damit ein zweistelliges prozentuales Plus.

Ein technischer Indikator wie der RSI-Wert von über 92 signalisiert aktuell einen extrem überkauften Zustand. Das erklärt die jüngsten Gewinnmitnahmen der vergangenen Handelstage. Im Juni steht für Aktionäre der nächste konkrete Termin an: Dann fließt die vom Board beschlossene Quartalsdividende von 1,78 US-Dollar je Anteilsschein.

Chevron-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Chevron-Analyse vom 8. Mai liefert die Antwort:

Die neusten Chevron-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Chevron-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 8. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Chevron: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Chevron

Chevron Jahresrendite