Die US-Regierung greift nach der Kontrolle über Venezuelas Ölindustrie – und Chevron steht im Zentrum des Geschehens. Nach der Festnahme von Präsident Nicolás Maduro durch US-Streitkräfte am vergangenen Samstag überschlagen sich die Ereignisse. Washington kündigte an, den Verkauf venezolanischen Öls auf unbestimmte Zeit zu kontrollieren. Für Chevron, derzeit das einzige US-Unternehmen mit Exportlizenz für venezolanisches Rohöl, könnte sich eine historische Chance eröffnen.
Bieterschlacht um schwarzes Gold
Doch die Konkurrenz schläft nicht. Neben Chevron drängen die globalen Handelshäuser Vitol und Trafigura sowie weitere Ölfirmen auf lukrative Exportverträge. Im Zentrum steht ein verlockender Deal: Die staatliche Ölgesellschaft PDVSA hat rund 50 Millionen Barrel Rohöl auf Lager – Folge jahrelanger Sanktionen und vier beschlagnahmter Tanker. Diesen Vorrat wollen nun alle vermarkten.
Chevron befindet sich in einer ambivalenten Position. Zwar liefert das Unternehmen seit der Lizenzerteilung Ende 2022 venezolanisches Öl aus Joint Ventures mit PDVSA. Doch die im vergangenen Jahr verhängten Beschränkungen drückten die Exporte im Dezember auf nur noch 100.000 Barrel pro Tag. Jetzt lobbyiert Chevron aggressiv in Washington für eine Ausweitung seiner Lizenz – und will dabei nicht nur eigene Fördermengen steigern, sondern auch Teile der PDVSA-Produktion direkt vermarkten.
Trump setzt auf Ölmagnaten als Berater
Die Weichen für die Neuverteilung venezolanischer Ölgeschäfte werden derzeit im Weißen Haus gestellt. Dort hat sich Milliardär Harry Sargeant III, republikanischer Großspender und langjähriger Golf-Partner Trumps, als einflussreicher Berater positioniert. Sargeants Team, einschließlich seines Sohnes Harry IV und Manager Ali Rahman, führt intensive Gespräche mit hochrangigen Regierungsvertretern, darunter Energieminister Chris Wright.
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Sargeant selbst pflegt seit Jahrzehnten Kontakte zur venezolanischen Führung, einschließlich der amtierenden Präsidentin Delcy RodrÃguez. Im Februar vermittelte er bereits ein Treffen zwischen US-Sondergesandtem Richard Grenell und Maduro – bei dem auch die Verlängerung von Chevrons Lizenz diskutiert wurde. Die Lizenz wurde anschließend tatsächlich verlängert.
Geopolitischer Poker mit Öltankern
Die Lage spitzt sich täglich zu. Am Mittwoch brachten US-Kräfte zwei Schiffe im Nordatlantik auf, darunter einen unter russischer Flagge fahrenden Öltanker – angeblich wegen Sanktionsverstößen. Moskau sprach von einer „illegalen Gewaltaktion“ und warnte vor der Provokation internationaler Krisen. China warf Washington Willkür in internationalen Gewässern vor.
Parallel schickt Chevron elf Schiffe zu venezolanischen Häfen – mehr als im Dezember, aber weniger als im Oktober. Die Nachricht: Das Unternehmen bereitet sich auf deutlich größere Exportvolumen vor. Außenminister Marco Rubio stellte klar, dass die Blockade von Öltankern ein „enormer Hebel“ für politische Veränderungen in Venezuela sei.
Milliarden-Investitionen nötig
Trump selbst erwartet, dass die USA Venezuela „über Jahre hinweg führen“ werden. Die venezolanische Ölindustrie liegt nach Jahrzehnten der Misswirtschaft am Boden. Trotz der weltweit größten Reserven von geschätzten 303 Milliarden Barrel produziert das Land nur noch 1,2 Millionen Barrel täglich – vor 20 Jahren waren es fast 3 Millionen. Der Wiederaufbau erfordert laut Experten Jahre und Milliarden-Investitionen.
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„Wir werden es auf sehr gewinnbringende Weise wiederaufbauen“, kündigte Trump an. „Wir werden Öl nutzen, und wir werden Öl nehmen.“ Für Chevron bedeutet dies potenziell Zugang zu massiven Reserven schweren Rohöls – genau jene Sorte, für die US-Raffinerien an der Golfküste spezialisiert sind.
Kursziel trotz Unsicherheiten
BMO Capital bekräftigte sein „Outperform“-Rating für Chevron mit einem Kursziel von 170 Dollar. Trotz erwarteter gemischter Zahlen für das vierte Quartal – belastet durch Probleme bei TCO- und El Segundo-Anlagen sowie niedrigere Rohölpreise – sieht die Investmentbank das Unternehmen gut positioniert. Die im vergangenen Jahr abgeschlossene Hess-Übernahme stärke das Portfolio langfristig.
In Venezuela selbst laufe der Betrieb störungsfrei weiter, mit Fördermengen von rund 240.000 Barrel täglich. Allerdings kündigte Chevron für 2026 ein Budget von 18,5 Milliarden Dollar an – ein Rückgang von etwa 16 Prozent im Jahresvergleich. Aktienrückkäufe sollen am unteren Ende der angekündigten Spanne fortgesetzt werden.
Die Chevron-Aktie legte vorbörslich um 0,55 Prozent auf 156,06 Dollar zu. Ob sich die Venezuela-Wette auszahlt, bleibt abzuwarten – die Unwägbarkeiten sind enorm, das Potenzial aber ebenso.
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