Während die Börse nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro am 3. Januar 2026 durch US-Truppen in Euphorie verfällt, zeichnet sich für Chevron eine paradoxe Situation ab. Das Unternehmen ist derzeit der einzige westliche Konzern, der legal venezolanisches Öl fördern und exportieren darf – doch der vermeintliche Jackpot könnte sich als jahrzehntelange Kostenfalle entpuppen.
Monopolstellung im Chaos
Seit Montag läuft der Ölexport bei Chevron wieder auf Hochtouren. Nach nur vier Tagen Pause hat der Konzern die Verschiffungen in die USA wieder aufgenommen und seine im Ausland stationierten Mitarbeiter zurück nach Venezuela beordert. Mindestens elf Tanker steuern allein im Januar die venezolanischen Häfen Jose und Bajo Grande an – ein Anstieg gegenüber den neun Schiffen im Dezember.
Der Grund für diese Sonderstellung: Chevron operiert unter einer speziellen Lizenz des US-Finanzministeriums. Während mindestens zwölf andere Schiffe aufgrund der massiven US-Militärpräsenz in der Karibik abdrehten und zwei mit sanktionierten Öllieferungen bereits vom Marineblocker gestoppt wurden, läuft das Geschäft für den Ölriesen weiter. Die venezolanischen Haupthäfen liefern seit fünf Tagen kein Rohöl mehr für den staatlichen Konzern PDVSA an asiatische Abnehmer aus.
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Die bittere Rechnung
Trump verspricht den „großen US-Ölkonzernen“ freien Zugang zu Venezuelas Ölreichtum. Doch Experten dämpfen die Erwartungen drastisch: Die Wiederbelebung der völlig heruntergewirtschafteten venezolanischen Öl-Infrastruktur würde rund 100 Milliarden Dollar verschlingen und etwa zehn Jahre dauern. Eine Erinnerung an 2007 lässt Konzernlenker zögern – damals verloren ExxonMobil und ConocoPhillips Milliarden, als das Maduro-Regime die Ölproduktion verstaatlichte.
Kurzfristig profitiert Chevron allerdings von seiner Ausnahmestellung. US-Raffinerien an der Golfküste, die traditionell auf schweres Rohöl ausgelegt sind, können etwa 3 bis 4 Millionen Barrel pro Tag verarbeiten. Allein der größte Raffineriebetreiber Valero könnte zusätzlich 300.000 bis 400.000 Barrel täglich aufnehmen. Vor den Sanktionen von 2019 verarbeiteten US-Raffinerien rund 800.000 Barrel venezolanisches Schweröl pro Tag.
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Gewinner und Verlierer
Die Verfügbarkeit billigeren Rohöls dürfte US-Raffinerien entlasten und könnte Autofahrern gewisse Preiserleichterungen bringen. Doch die eigentlichen Verlierer stehen bereits fest: Kanadische Ölproduzenten wie Canadian Natural Resources und Cenovus Energy verloren am Montag zwischen 5 und 6 Prozent an Wert. Kanada exportiert 90 Prozent seines Öls in die USA – Venezuela wird zum direkten Konkurrenten.
Auch chinesische Teapot-Raffinerien stehen vor einem Dilemma. Sie waren bislang die größten Abnehmer venezolanischen Öls. Bei einer langfristigen Umleitung dieser Lieferströme in die USA müssten sie auf teureres kanadisches oder nahöstliches Rohöl ausweichen. Die venezolanische Sorte Merey ist derzeit die günstigste unter ihren Bezugsquellen.
Chevrons Aktienkurs legte zu – doch ob sich die Monopolstellung langfristig auszahlt, bleibt fraglich. Der Marathon hat gerade erst begonnen.
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