Die Chevron-Aktie schoss am Montag um satte 5,1 Prozent nach oben und war damit der größte Kurstreiber im Dow Jones. Der Grund: Die USA stürzten am Wochenende Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro durch einen Militärschlag und kündigten an, die marode Ölindustrie des Landes wiederaufzubauen. Für Chevron könnte das die Tür zu einem der größten Ölvorkommen der Welt weit aufstoßen.
Allein auf weiter Flur
Was die Sache für Chevron so brisant macht: Der Konzern ist derzeit das einzige große US-Ölunternehmen, das überhaupt noch in Venezuela aktiv ist. Während Konkurrenten wie ExxonMobil und ConocoPhillips das Land 2007 nach der Verstaatlichung ihrer Vermögen durch Hugo Chavez verließen, hielt Chevron die Stellung. Diese Präsenz verschafft dem Konzern jetzt einen enormen Wettbewerbsvorsprung.
Trump machte am Sonntag auf der Air Force One unmissverständlich klar, wohin die Reise geht: „Wir nehmen zurück, was sie gestohlen haben. Wir haben das Kommando.“ Amerikanische Ölkonzerne sollen die Infrastruktur in Venezuela sanieren und die Produktion wieder ankurbeln. Bei geschätzten 303 Milliarden Barrel Reserven – den größten weltweit – ein gigantisches Potenzial.
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Die harten Fakten
Venezuela förderte 2025 durchschnittlich nur 1,1 Millionen Barrel pro Tag – gerade mal ein Drittel der Produktionsmenge aus den 1970er Jahren. Jahrzehntelange Misswirtschaft, fehlende Investitionen und US-Sanktionen hatten die Ölindustrie heruntergewirtschaftet. Vier Branchenkenner bestätigten allerdings, dass weder Chevron noch ExxonMobil oder ConocoPhillips vor oder nach dem Militärschlag von der Trump-Regierung konsultiert wurden.
Dennoch waren die Märkte euphorisch: Der Philadelphia Oil Service Index kletterte um 5,5 Prozent, befeuert von der Aussicht auf lukrative Aufträge beim Wiederaufbau der venezolanischen Ölinfrastruktur. Auch die Ölserviceunternehmen Halliburton und Schlumberger verzeichneten kräftige Zugewinne.
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Zeitfaktor bleibt unklar
Marktbeobachter geben zu bedenken, dass ein spürbarer Produktionsanstieg in Venezuela Zeit brauchen wird. Die Anlagen sind marode, die Expertise fehlt teilweise, und eine Übergangsregierung muss erst etabliert werden. Wie die USA mit den verbliebenen Maduro-Getreuen zusammenarbeiten wollen, bleibt unklar. Vizepräsidentin Delcy Rodriguez wurde als Interimspräsidentin vereidigt, sprach von einer „Entführung“ Maduros und ließ offen, ob sie kooperieren wird.
Langfristig könnte der Schachzug Trump jedoch massive Auswirkungen haben. Strategin Kathleen Brooks von XTB weist darauf hin, dass die USA damit auch Einfluss auf China gewinnen könnten – denn China ist derzeit der größte Abnehmer venezolanischen Öls. Die Kontrolle über Venezuelas Ölreserven würde Amerikas Energieversorgung für Jahre sichern und gleichzeitig die geopolitische Position gegenüber Peking stärken.
Die Ölpreise reagierten zunächst verhalten, drehten dann aber deutlich ins Plus. Ein rascher Produktionsaufschwung wird nicht erwartet – was die Preise vorerst stützt. Für Chevron könnte sich die jahrelange Geduld in Venezuela nun auszahlen.
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