Chinas Industrie sendet widersprüchliche Signale, während der amtliche Einkaufsmanagerindex überraschend wieder in den Schrumpfungsbereich gerutscht ist. Für exportorientierte deutsche Industrieunternehmen verschärft sich damit die Lage. Vor allem die hiesigen Automobilhersteller bekommen die nachlassende Dynamik auf ihrem wichtigsten Einzelmarkt unmittelbar zu spüren.
Der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe sank im Oktober auf 49,3 Punkte, nachdem im September noch 50,1 Zähler erreicht worden waren. Volkswirte hatten im Mittel mit einem höheren Wert gerechnet. Da Indexstände unterhalb der neutralen Schwelle eine schrumpfende Aktivität anzeigen, währte die vorherige Erholung lediglich einen Monat.
Sinkende Aufträge drücken die Margen
Besonders die Auftragslage trübt sich ein. Die offiziellen Indikatoren für neue Bestellungen und das Exportgeschäft fielen unter die neutrale Wachstumslinie zurück. Eine separate, private Erhebung hielt sich im Oktober zwar noch bei 52,0 Punkten. Allerdings verzeichneten auch die dort erfassten Betriebe ein spürbar nachlassendes Exportwachstum und zurückgehende Erwartungen.
Die Bremsspuren in den Bilanzen sind bereits unübersehbar. Volkswagen lieferte im dritten Quartal in China 405.800 Fahrzeuge aus, was einem Rückgang von 38,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Nur noch gut jedes fünfte Auto des Konzerns ging nach China. Für das Jahr 2026 rechnet das Management aus den dortigen Gemeinschaftsunternehmen vor Abschreibungen lediglich mit einem Ergebnis um die Gewinnschwelle.
Bei Mercedes-Benz verringerte sich der Absatz auf dem chinesischen Markt im selben Zeitraum um 31 Prozent. Das Unternehmen senkte die Renditeerwartung für die eigene Pkw-Sparte auf nunmehr zwei bis drei Prozent. Der Schritt unterstreicht, wie stark die Ertragskraft der Premiumhersteller an der fernöstlichen Nachfrage hängt.
Die anhaltende Schwächephase im Chinageschäft trifft die deutsche Industrie zur Unzeit. Das hiesige Bruttoinlandsprodukt wuchs im dritten Quartal lediglich um 0,2 Prozent, während die Unternehmensinvestitionen rückläufig blieben. Ohne eine nachhaltige Belebung der Auslandsnachfrage bleibt das Umfeld für die Kernbranchen der deutschen Wirtschaft angespannt.
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