Circio Holding bläst eine geplante Aktienausgabe ab. Das Management verzichtet damit freiwillig auf frisches Kapital. Was auf den ersten Blick wie ein Rückschlag wirkt, schützt bestehende Aktionäre vor einer Verwässerung. Die Kassen des norwegischen Biotech-Unternehmens sind ohnehin gut gefüllt.
Finanzierung bis 2030 gesichert
Ursprünglich wollte Circio Millionen neue Aktien auf den Markt bringen. Das Ziel: Einnahmen von bis zu 82,5 Millionen norwegischen Kronen (NOK). Der Aktienkurs notierte zuletzt aber konstant unter dem Ausgabepreis der vorherigen Finanzierungsrunde. Das Management zog daraufhin am 24. April die Reißleine und sagte die Maßnahme ab.
Parallel dazu sichert eine kürzlich abgeschlossene Privatplatzierung den operativen Betrieb. Circio sammelte dabei 250 Millionen NOK ein. Analysten schätzen, dass dieses Kapital das Unternehmen bis zum Jahr 2030 finanziert. Das Management kann sich nun voll auf die Forschung konzentrieren.
Fortschritte in der Genforschung
Operativ rückt die hauseigene circVec-AAV-Technologie in den Fokus. Erste Daten aus dem laufenden Halbjahr zeigen deutliche Verbesserungen gegenüber herkömmlichen mRNA-Methoden. Die Genexpression im Auge stieg in vorklinischen Tests um das 50-Fache. Im Herzen verzeichneten die Forscher einen 40-fachen Anstieg.
Indes läuft eine Machbarkeitsstudie für das zentrale Nervensystem nach Plan. Ein globaler Pharmakonzern finanziert dieses Projekt komplett. Nach erfolgreichen Tests im Labor startet nun die Auswahl der Kandidaten für die Erprobung am lebenden Organismus. Bestehende Partnerschaften mit Acuitas Therapeutics und United Immunity unterstützen diese wissenschaftliche Arbeit.
Analysten haben ihre Modelle nach dem jüngsten Kapitalzufluss bereits angepasst. Sie sehen den Basiswert der Aktie aktuell bei 5,9 NOK. Im optimistischen Szenario trauen Experten dem Papier einen Anstieg auf bis zu 19,8 NOK zu. Als nächster formeller Schritt steht nun die Hauptversammlung an, auf der das Management auch den Jahresbericht präsentiert.
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