Die norwegische Circio Holding erweitert ihr technologisches Fundament. Bisher lag der Fokus stark auf viralen Transportmitteln für die hauseigene RNA-Plattform. Eine neue Forschungskooperation mit der Universidad de Santiago de Compostela (USC) rückt nun alternative, nicht-virale Methoden in den Mittelpunkt. Das Ziel ist eine breitere Anwendbarkeit der Therapien.

Peptid-Träger statt Viren

Im Rahmen des TraffikGene-Projekts der USC testet Circio spezielle peptidbasierte Trägersysteme. Diese sollen die ringförmigen RNA-Moleküle des Unternehmens zielgenau in spezifische Zelltypen schleusen. Bisherige Erfolge feierte das Biotech-Unternehmen vor allem mit AAV-Vektoren. Diese viralen Transporter stoßen bei der Größe der Fracht oder bei wiederholten Dosierungen allerdings an technische Grenzen.

Die neuen Peptid-Träger versprechen hier Abhilfe und zielen auf den wachsenden Markt für sichere, nicht-virale Alternativen ab. Die Forscher starten zunächst mit Tests im Labor, um die Formulierungen zu optimieren. Im nächsten Schritt folgen Versuche an Mausmodellen. Dabei stehen die Haltbarkeit der Genexpression, die Verteilung im Körper und die generelle Effizienz der Lieferung auf dem Prüfstand.

Frisches Kapital sichert Forschung

Finanziell steht das Vorhaben auf einem soliden Fundament. Erst im April schloss Circio eine überzeichnete Privatplatzierung erfolgreich ab. Das Unternehmen nahm dabei brutto rund 250 Millionen Norwegische Kronen ein. Diese Mittel sollen den finanziellen Spielraum bis ins Jahr 2030 sichern und die präklinische Forschung beschleunigen.

Eine ursprünglich geplante nachgelagerte Aktienplatzierung sagte das Management kurz vor der TraffikGene-Ankündigung ab. Der erfolgreiche primäre Kapitalzugang machte diesen Schritt obsolet. Aktuell wird das Biotech-Unternehmen an der Börse mit etwa 2,25 Milliarden Kronen bewertet.

Der nächste offizielle Termin für Aktionäre steht bereits fest. Im Mai hält Circio die reguläre Hauptversammlung ab, bei der unter anderem der Jahresbericht auf der Agenda steht. Parallel dazu treibt das Labor die Optimierungsphase der neuen Trägersysteme voran. Erste Ergebnisse aus dem Screening der TraffikGene-Kooperation werden im Zuge dieser Forschungsphase erwartet.