Der Juni zwingt Circus SE Farbe zu bekennen. Gleich mehrere zentrale Termine stehen in den kommenden Wochen an. Das Management muss den testierten Jahresbericht vorlegen. Parallel rückt das geplante Closing der Alberts-Übernahme näher.

An der Börse herrscht derweil Skepsis. Die Aktie notiert aktuell bei 6,65 Euro. Damit summiert sich der Verlust seit Jahresbeginn auf rund 45 Prozent. Der Kurs hat sich weit vom 50-Tage-Durchschnitt entfernt.

Übernahme bringt neue Märkte

Ende des zweiten Quartals will Circus den Kauf des belgischen Food-Robotik-Unternehmens Alberts abschließen. Damit schließt der Konzern eine Lücke im Portfolio. Die neuen Systeme benötigen lediglich einen Quadratmeter Grundfläche. Sie erschließen Büros und Kliniken als neue Zielgruppen. Alberts bringt zudem laufende Kundenbeziehungen zu Danone und Decathlon mit.

Ein Risiko bleibt. Der Kaufpreis wird erst beim Closing veröffentlicht. Circus bezahlt die Transaktion komplett mit eigenen Aktien. Diese unterliegen einer Sperrfrist von 30 Monaten. Der Verwässerungseffekt für Bestandsaktionäre ist völlig offen. Die Umsatzprognose für das laufende Jahr hob das Management trotz des Zukaufs nicht an.

Zahlenwerk auf dem Prüfstand

Bis Ende Juni liefert der testierte Jahresbericht den ersten harten Abgleich. Die bisherigen Zahlen sind lediglich vorläufig. Investoren achten besonders auf die Einmalkosten aus vergangenen Kapitalerhöhungen. Diese müssen tatsächlich einmalig bleiben.

Die operative Basis steht jedenfalls. Circus drückte die Fertigungszeit für das Modell CA-1 auf rund vier Wochen. Die Systemverfügbarkeit kletterte zuletzt auf 92 Prozent. Das Ziel: Pilotprojekte in zahlungswirksame Aufträge verwandeln.

Rüstungsgeschäft wächst rasant

Überraschendes Tempo zeigt das Verteidigungssegment. Circus verhandelt nach eigenen Angaben mit mehr als zehn NATO-Mitgliedstaaten. Ein Integrationsprozess für Lieferungen an die ukrainischen Streitkräfte läuft bereits.

Der militärische Outdoor-Roboter CAM hat seinen Prototyp-Test bestanden. Er generiert voraussichtlich noch in diesem Jahr erste Umsätze. Das passiert zwei Jahre früher als ursprünglich geplant.

Nächster Termin steht fest

Am 16. Juli folgt der nächste Härtetest. Circus hält dann einen Quarterly Update Call ab. Dort muss das Management konkrete Aufträge vorweisen. Die Umsatzprognose von 44 bis 55 Millionen Euro für das laufende Jahr hängt direkt von diesen Vertragsabschlüssen ab.