Die britische Bank Close Brothers gerät massiv unter Druck. Die Aktie verlor am Montag über zehn Prozent und fiel auf 5,05 Euro. Grund ist ein erneuter Schlag im Streit um die britische Kfz-Finanzierungsregulierung.

Analysten reagierten mit deutlichen Korrekturen. RBC Capital Markets stufte die Aktie von „Outperform“ auf „Sector Perform“ ab. Das Kursziel halbierte das Institut nahezu von 625 auf 470 Pence.

Milliardenrisiko und belastete Kapitalquote

Im Zentrum der Verunsicherung steht die laufende Überprüfung der Motor-Finance-Regulierung durch die britische Finanzaufsicht FCA. RBC-Analysten veranschlagen die potenziellen Verwaltungskosten auf rund 200 Millionen Pfund. Das könnte die harte Kernkapitalquote (CET1) um 230 Basispunkte drücken.

Die Folge: Close Brothers zählt laut RBC über die nächsten drei Jahre zu den am schwächsten performenden Häusern unter 50 europäischen Banken. Das Unternehmen hat bereits eine Rückstellung von 300 bis 320 Millionen Pfund gebildet — doch die Rechtsunsicherheit bleibt groß.

Der Upper Tribunal hat eine gerichtliche Überprüfung des FCA-Entschädigungsplans bewilligt. Die Anhörungen sind für Dezember 2026 oder Februar 2027 angesetzt. Solange schwebt das Damoklesschwert über dem Kurs.

Dividende bleibt ausgesetzt

Auch die Aktionäre müssen weiter geduldig sein. RBC strich seine Prognose für eine Dividende von fünf Pence. CEO Mike Morgan hatte bereits signalisiert, dass eine Wiederaufnahme der Ausschüttung erst bei klarerer Kapitallage infrage komme.

Völlig einig sind sich die Analysten aber nicht. Shore Capital bewertet die Aktie mit „Buy“ und einem Kursziel von 495 Pence. Die Spanne zwischen 3,80 und 5,85 Euro in den vergangenen 52 Wochen zeigt die anhaltende Volatilität.

Für Anleger bleibt die Entwicklung rund um den FCA-Entschädigungsplan der bestimmende Faktor. Die nächsten gerichtlichen Entscheidungen im Winter könnten die Richtung vorgeben.