Coloplast hat eine schwache Börsenwoche hinter sich. Die Aktie fiel am Freitag auf 52,78 Euro und markierte damit zugleich ein neues 52-Wochen-Tief. Auf Wochensicht stand ein Minus von 1,93 Prozent zu Buche.
Der charttechnische Schaden ist damit klar sichtbar. Der Kurs liegt gut 6 Prozent unter der 50-Tage-Linie und mehr als 25 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Solange diese Abstände bestehen, bleibt das Bild angeschlagen.
Schwache Technik trifft schwächere Aussichten
Der Abwärtstrend läuft seit Ende 2024. Seitdem hat die Aktie mehr als 55 Prozent verloren. Dass der RSI mit 51 Punkten neutral wirkt, ändert daran wenig. Der übergeordnete Trend bleibt belastet.
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Hinzu kommt die operative Lage. Coloplast hat im Mai seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr bestätigt, nachdem sie zuvor bereits nach unten angepasst worden war. Der Konzern erwartet nun ein organisches Umsatzwachstum von 5 bis 6 Prozent. Zuvor hatte das Management mit etwa 7 Prozent gerechnet.
Auch beim operativen Gewinn wurde zurückgesteckt. Das EBIT-Wachstum in konstanten Währungen vor Sondereffekten soll nun rund 5 Prozent erreichen, nach zuvor erwarteten 7 Prozent. Für Anleger ist das ein klares Signal: Das Unternehmen rechnet nicht mehr mit der alten Dynamik.
Kerecis bremst die Story
Der schwächste Punkt bleibt Kerecis. Die Wundversorgungssparte leidet unter einer langsameren Erholung im ambulanten Markt für Hautersatzprodukte. Genau dort hatte Coloplast nach der Übernahme auf schnelleres Wachstum gesetzt.
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Die Folgen sind hart. Der Konzern buchte auf Kerecis eine Wertminderung von 3 Milliarden dänischen Kronen. Das trifft nicht nur die Bilanz, sondern auch das Vertrauen in die frühere Wachstumsstory.
Was jetzt zählt
Für den neuen Chef Gavin Wood kann die gesenkte Prognose auch eine Chance sein. Er startet mit einer vorsichtigeren Basis, die sich eher erreichen lässt als die alte Zielspanne. Das senkt den Druck, ändert aber nichts an den Problemen im Marktumfeld.
Dazu kommen branchenweite Belastungen. Im Medtech-Sektor sind die Bewertungsmultiples gefallen. Kostendruck und Lieferkettenprobleme im Nahen Osten setzen zusätzlich zu. Erst wenn Coloplast die Margen stabilisiert und der Kurs wieder über die kurzfristigen Durchschnittslinien kommt, bekommt die Aktie eine echte Chance auf Ruhe.
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