Der Schweizer Halbleiter-Zulieferer hat seine Anleger am Donnerstag mit deutlich gesenkten Mittelfristzielen überrascht. Der Kurs brach daraufhin um 4 Prozent ein. Statt der bisher anvisierten 800 bis 900 Millionen Franken peilt das Management für den nächsten Zyklushöhepunkt nur noch 670 bis 770 Millionen Franken Umsatz an. Das trifft die Börse hart.

Besonders brisant: Der erwartete Höhepunkt des Halbleiterzyklus verschiebt sich von 2027 auf 2028. Ein Jahr Verzögerung mag harmlos klingen, doch für Investoren bedeutet das eine längere Durststrecke und höheres Ausführungsrisiko bei den neuen Produkten Synertia und CA20.

Währung frisst Margen auf

Die EBITDA-Marge schrumpft von prognostizierten 25 bis 30 Prozent auf nur noch 22 bis 27 Prozent. Auch die Kapitalrendite sinkt – von 30 bis 35 Prozent auf 27 bis 32 Prozent. CEO Stephan Haferl schiebt die Anpassung vor allem auf Währungseffekte: Der Dollar-Franken-Kurs wird nun bei 0,70 statt 0,90 kalkuliert. Das allein erklärt bereits einen Großteil der Korrektur.

In konstanten Währungen bleiben die Ziele weitgehend stabil, betont das Unternehmen. Doch die Märkte interessiert vor allem die harte Realität der Franken-Zahlen. Hinzu kommt die langsamere Produktadoption bei den neuen Lösungen.

Marktchancen verdoppeln sich

Immerhin gibt es auch positive Signale vom Kapitalmarkttag am 13. November 2025. Der bedienbare Markt von Comet soll bis 2028 von 1,7 Milliarden auf 3,5 Milliarden Dollar explodieren – ein Plus von 105 Prozent. Der gesamte adressierbare Markt wächst von 4,2 auf 7,1 Milliarden Dollar.

Das Unternehmen fokussiert sich dabei auf die attraktivsten Segmente der Halbleiter-Wertschöpfungskette, insbesondere Messtechnik und Prozesssteuerung. Über 100 Kundeninteraktionen für die Hochfrequenzplattform Synertia und mehr als 80 aktive Kooperationen für das Röntgeninspektionssystem CA20 sollen die Pipeline füllen. Für 2026 rechnet Comet mit einer Beschleunigung des Auftragseingangs.

Penang als zweiter Hub

Strategisch setzt der Konzern auf drei Säulen: gezielte Wachstumsinvestitionen in F&E, Effizienzsteigerung und Kulturwandel. Der Ausbau des malaysischen Standorts Penang zum zweiten globalen Hub neben Flamatt soll Flexibilität und Markteinführungszeiten verbessern.

Die KI-getriebene Konvergenz zwischen Front- und Backend-Prozessen in der Chipfertigung treibt den Bedarf an Comets Technologien. Doch die geopolitischen Verschiebungen und makroökonomischen Unsicherheiten verlängern die Erholungsphase. Die Bären haben vorerst die Oberhand gewonnen.