Die Übernahmeschlacht um die Commerzbank geht in die nächste Runde. Das Angebot der UniCredit verfängt bei den Aktionären kaum. Gerade einmal 1,1 Prozent des Grundkapitals haben die Offerte angenommen. Die Frist wurde nun bis zum 3. Juli verlängert. Das ist eine herbe Enttäuschung für UniCredit-Chef Andrea Orcel.
Grund für die Ablehnung: Der implizite Wert des Tauschangebots liegt deutlich unter dem Marktkurs. Die italienische Großbank bietet 0,485 eigene Aktien je Commerzbank-Papier. Bei aktuellen Kursen reicht das nicht. Die Commerzbank-Aktie gewann am Freitag 0,63 Prozent auf 36,91 Euro.
Das 52-Wochen-Hoch bei 37,75 Euro ist nur 2,2 Prozent entfernt. Der RSI von 72,5 signalisiert Überkauftheit.
Die Commerzbank setzt derweil auf offensive Eigenständigkeit. Mit einer Rekorddividende von 1,10 Euro je Aktie (nach 0,65 Euro im Vorjahr) und Aktienrückkäufen von insgesamt 2,7 Milliarden Euro untermauert der Vorstand seine Strategie „Momentum 2030“.
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Operativ läuft es: Der Gewinn stieg im ersten Quartal um 11 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Das Nettoergebnis erreichte 913 Millionen Euro. Für 2026 peilt die Bank mindestens 3,4 Milliarden Euro Gewinn an.
Vorstand und Aufsichtsrat hatten das UniCredit-Angebot als zu niedrig kritisiert – ohne angemessene Prämie, mit vagen Integrationsplänen. Die Aktionäre scheinen dieser Einschätzung zu folgen. Die niedrige Andienungsquote gibt der Commerzbank Rückenwind.
Am 4. Juni tritt die Bank bei einer Goldman-Sachs-Konferenz in Zürich auf – dort könnten weitere Details zur strategischen Umsetzung folgen. Bis zum 3. Juli hat UniCredit Zeit, das Angebot nachzubessern oder die Gespräche neu zu intensivieren. Solange der Commerzbank-Kurs über dem Angebotswert bleibt, ist ein Erfolg der Übernahme in dieser Form unwahrscheinlich.
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