Der Countdown im Übernahmekampf läuft. Bis Dienstagabend haben Commerzbank-Aktionäre noch Zeit, das Umtauschangebot der UniCredit anzunehmen. Bisher hält sich die Begeisterung in Grenzen. Das Management in Frankfurt wehrt sich vehement gegen die italienische Umarmung.
Das Angebot in Zahlen
Bis Freitagnachmittag wurden knapp 134 Millionen Commerzbank-Aktien eingereicht. Das entspricht fast zwölf Prozent des Grundkapitals. UniCredit bietet aktuell 0,485 eigene Papiere für jede Aktie der Frankfurter.
Die Italiener haben sich ohnehin schon in Stellung gebracht. Sie halten bereits direkt rund 27 Prozent der Stimmrechte. Hinzu kommen Finanzinstrumente, die weitere Anteile absichern. Physische Aktien oder direkte Stimmrechte leiten sich aus diesen Derivaten allerdings nicht ab.
Frankfurt zweifelt an der Quote
Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank lehnen den Deal strikt ab. Die Prämie sei zu niedrig. Auch fehle ein überzeugender Plan für den Zusammenschluss. Die Bank bezweifelt die Aussagekraft der bisherigen Annahmequote stark.
Laut dem Management hat kaum ein großer institutioneller Investor seine Papiere eingereicht. Auch Privatanleger winken demnach ab. Kurzum: Das Bild wirkt verzerrt. Die Commerzbank beobachtet stattdessen ungewöhnlich viele Leihgeschäfte mit ihren Aktien. Dies könnte die gemeldeten Zahlen künstlich aufblähen.
Solider Aufwärtstrend im Chart
An der Börse zeigt sich die Aktie robust. Zum Wochenende schloss das Papier bei 36,76 Euro und verbuchte ein Tagesplus von 1,63 Prozent. Damit notiert der Kurs komfortabel über der 50-Tage-Linie von 35,65 Euro.
Auf Jahressicht steht ein massiver Zuwachs von fast 32 Prozent auf der Anzeigetafel. Seit Januar bewegt sich der Kurs mit einem Plus von knapp einem Prozent jedoch kaum vom Fleck. Der Abstand zum jüngsten Jahreshoch beträgt lediglich knapp vier Prozent.
Am 16. Juni endet die offizielle Annahmefrist. Verlängert die UniCredit das Angebot nicht nach deutschem Recht, liegt das finale Ergebnis kurz darauf vor. Dann entscheidet sich, mit welchem Rückhalt die Italiener in die nächsten regulatorischen Runden gehen.
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