Commerzbank Aktie: 20 Prozent Lücke zum UniCredit-Angebot

Die Commerzbank weist das feindliche Übernahmeangebot von UniCredit zurück. Nur 1,1 Prozent der Aktionäre haben bisher angedient, während das Institut mit starken Quartalszahlen und einem ehrgeizigen Gewinnziel bis 2030 aufwartet.

Commerzbank Aktie
Kurz & knapp:
  • Annahmequote von lediglich 1,1 Prozent
  • UniCredit-Angebot ohne Aufschlag zum Kurs
  • Commerzbank mit Gewinnplus von 11 Prozent
  • EZB-Zinsentscheidung als wichtiger Termin

Die Commerzbank-Aktie notiert am Montag bei 37,15 Euro — knapp sechs Euro über dem impliziten UniCredit-Angebot. Während die Annahmefrist bis zum 3. Juli verlängert wurde, spricht die Wasserstandsmeldung eine klare Sprache: Nur 1,1 Prozent der Aktionäre haben bislang angedient.

Tauschangebot ohne Prämie bleibt ohne Resonanz

UniCredit bietet 0,485 eigene Aktien je Commerzbank-Aktie. Das entspricht exakt der gesetzlichen Mindestanforderung. Keinen Cent Aufschlag.

Zum aktuellen UniCredit-Kurs liegt der implizite Wert bei rund 31,07 Euro je Commerzbank-Aktie. Der Markt handelt die Commerzbank mit 37,15 Euro — ein Abschlag von fast 20 Prozent zum Börsenkurs. Kein Wunder, dass Aktionäre das Angebot meiden.

Die italienische Großbank kontrolliert derzeit 38,87 Prozent der Anteile. Davon 26,77 Prozent direkt, weitere 12,10 Prozent über Total-Return-Swaps. Die formale Kontrolle ist da. Die Zustimmung fehlt.

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Geschlossene Front gegen Mailand

Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen offiziell, das Angebot abzulehnen. Der Bund hält gut 12 Prozent und lehnt eine feindliche Übernahme ab. Betriebsrat und Belegschaft stellen sich ebenfalls gegen den Vorstoß.

Die Commerzbank untermauert ihre Position mit operativer Stärke. Im ersten Quartal 2026 stieg der Gewinn um 11 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieben 913 Millionen Euro.

Bis 2030 peilt der Vorstand einen Nettogewinn von 5,9 Milliarden Euro und eine Eigenkapitalrendite von 21 Prozent an. Der Plan kostet: 600 Millionen Euro fließen in Künstliche Intelligenz, 3.000 Stellen fallen weg.

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EZB-Entscheid als nächster Prüfpunkt

Am 11. Juni trifft die EZB ihre Zinsentscheidung. Der Geldmarkt preist eine Erhöhung mit 80 Prozent Wahrscheinlichkeit ein. Höhere Zinsen würden das Ertragsargument der Commerzbank stützen — und die Bewertungslücke zum UniCredit-Angebot weiter vergrößern.

Die Aktie notiert 7,11 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt und 10,35 Prozent über der 200-Tage-Linie. Seit Jahresanfang legte sie 1,75 Prozent zu, über zwölf Monate 39,40 Prozent.

Ohne Nachbesserung des Angebots bleibt die verlängerte Frist vor allem ein Versuch, Zeit gegen eine klare Bewertungslücke zu gewinnen. Die Commerzbank hat starke Zahlen geliefert. UniCredit muss nachziehen — oder das Scheitern einkalkulieren.

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