Die verlängerte Annahmefrist ist vorbei. Am Freitag endete das Zeitfenster für das Umtauschangebot der UniCredit. Jetzt blicken Anleger auf den 8. Juli. Dann sehen Aktionäre schwarz auf weiß, wie viele Anteile die Italiener wirklich eingesammelt haben.

Streit um die Annahmequote

Nach der ersten Frist sicherte sich die Mailänder Großbank rund 39 Prozent der Papiere. In der regulären Phase kamen weitere 12,5 Prozent hinzu. Um diese Zahlen streiten die Parteien nun. Laut Commerzbank stammen die neu angedienten Aktien vorwiegend von anderen Banken. Unabhängige Großinvestoren hielten sich demnach zurück. Der Bund bleibt ebenfalls hart. Er behält seinen Anteil von rund zwölf Prozent. Die klare Ansage: keine Übernahme.

Während die Banken streiten, rückt ein neues Thema in den Fokus. Die italienische Investmentbank Mediobanca skizziert bereits konkrete Fusionspläne. Im Zentrum steht das Geschäft mit vermögenden Kunden. UniCredit ist über die HypoVereinsbank hierzulande stark vertreten. Verschmelzen die Wealth-Management-Sparten, formt das den deutschen Markt um.

Bis dahin vergeht allerdings noch viel Zeit. UniCredit rechnet frühestens im Jahr 2027 mit einem formellen Abschluss. Vorher müssen diverse Aufsichtsbehörden zustimmen.

Charttechnik liefert Kaufsignale

Auf dem Parkett ignorieren Anleger den zähen Prozess. Die Aktie schloss am Freitag bei 37,79 Euro. Damit notiert der Titel nur knapp unter seinem Jahreshoch von 38,85 Euro. Der Trend zeigt weiter nach oben.

Der Kurs verläuft solide über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Auf Sicht von zwölf Monaten beläuft sich das Kursplus auf starke 34,48 Prozent. Ein technischer Indikator wie der RSI liegt bei 57,4. Das signalisiert noch keine Überhitzung.

Der kommende Mittwoch liefert neue Fakten. Am 8. Juli veröffentlicht UniCredit das finale Ergebnis der Angebotsfrist. Einen Monat später rückt das operative Geschäft in den Mittelpunkt. Am 6. August präsentiert die Commerzbank ihre Zahlen für das zweite Quartal. Dann muss das Management beweisen, dass die eigenständige Strategie „Momentum 2030“ funktioniert.