Das formelle Übernahmegebot liegt auf dem Tisch — und es hat einen Haken. UniCredit bietet für jede Commerzbank-Aktie 0,485 neue eigene Anteile. Auf Basis des UniCredit-Schlusskurses vom Montag ergibt sich daraus ein implizierter Wert von rund 31,07 Euro je Commerzbank-Papier. Das Problem: Die Frankfurter Aktie notierte zuletzt bei 34,02 Euro. Das Angebot liegt damit knapp 8,7 Prozent unter dem aktuellen Börsenkurs.
Dennoch legte die Commerzbank-Aktie heute um rund 3,4 Prozent auf 35,19 Euro zu und machte damit die Verluste vom Vortag weitgehend wett. Offenbar werten Marktteilnehmer allein die Formalisierung des Prozesses als positives Signal.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Commerzbank?
Frist läuft — sechs Wochen bis zur Entscheidung
Die Annahmefrist startete heute und endet am 16. Juni. UniCredit-Chef Andrea Orcel versucht seit 2024, die Kontrolle über die Frankfurter Bank zu übernehmen. Derzeit hält die italienische Großbank knapp 30 Prozent der Commerzbank-Anteile. Mit dem Angebot will Orcel diese Schwelle gezielt überschreiten — nicht um eine Kontrollmehrheit zu erlangen, sondern um sich die strategische Flexibilität zu sichern: Jenseits der 30-Prozent-Marke entfällt die Pflicht zur Abgabe eines Pflichtangebots, und UniCredit könnte zusätzliche Anteile frei am Markt zukaufen.
Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank wollen die Angebotsunterlagen nun eingehend prüfen und innerhalb der gesetzlichen Frist eine begründete Stellungnahme veröffentlichen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Commerzbank?
Gegenangriff am Donnerstag
Die Commerzbank hat das Vorgehen aus Mailand wiederholt als feindlich bezeichnet — und moniert, dass konstruktive Vorschläge bisher ausgeblieben sind. Am 8. Mai will Vorstandschefin Bettina Orlopp nicht nur die Quartalsergebnisse vorlegen, sondern auch ein Strategie-Update mit konkreten Finanzzielen bis 2030 präsentieren. Das Ziel ist klar: zeigen, dass das Institut eigenständig mehr wert ist als das, was UniCredit derzeit bietet.
Ein Angebot mit einem Abschlag von fast neun Prozent auf den aktuellen Börsenkurs dürfte wenig Überzeugungskraft bei Aktionären entfalten, die auf eine klassische Übernahmeprämie spekuliert haben. Wie viele Anteilseigner das Tauschangebot letztlich annehmen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 5. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 5. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


