Sieben Mal so viele Aktionäre wie in der Vorwoche haben ihre Commerzbank-Aktien in das UniCredit-Angebot eingereicht. Die Dynamik kurz vor Fristende nimmt spürbar zu.
Annahmequote versiebenfacht sich binnen einer Woche
Zum Stichtag 2. Juni 2026 meldete UniCredit gültige Annahmeerklärungen für 85,4 Millionen Commerzbank-Aktien — rund 7,58 Prozent des Grundkapitals. Eine Woche zuvor, am 26. Mai, waren es lediglich 11,97 Millionen Aktien gewesen, entsprechend 1,06 Prozent.
Zusammen mit dem direkt gehaltenen Paket von 26,77 Prozent kommt UniCredit rechnerisch auf einen direkten Zugriff von 34,35 Prozent. Das Übernahmeangebot läuft als Umtauschangebot: Für jede angediente Commerzbank-Aktie bietet UniCredit 0,485 neue eigene Aktien. Die Annahmefrist endet am 16. Juni 2026 um 24:00 Uhr Frankfurter Zeit — sofern sie nicht verlängert wird.
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Derivate vergrößern die Einflussposition weiter
Neben direktem Bestand und angedienten Aktien hält UniCredit weitere Instrumente mit Bezug auf Commerzbank-Stimmrechte. Finanzinstrumente nach § 38 WpHG decken rund 3,22 Prozent ab; eine zweite Kategorie vergleichbarer Instrumente kommt auf 13,19 Prozent — gegenüber 10,70 Prozent in der Vorwoche.
Wichtig: Direkte Aktien, angediente Aktien und Derivate lassen sich nicht einfach addieren. Welche Stimmrechte UniCredit unmittelbar ausüben kann, ergibt sich ausschließlich aus dem direkt gehaltenen Bestand.
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Commerzbank bleibt bei klarer Ablehnung
Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank hatten das Angebot am 18. Mai 2026 in ihrer gemeinsamen Stellungnahme nach § 27 WpÜG abgelehnt. Begründung: Die angebotene Prämie sei nicht angemessen, der strategische Plan von UniCredit für einen Zusammenschluss nicht nachvollziehbar belastbar. Als Alternative verweist die Commerzbank auf ihre Eigenständigkeitsstrategie „Momentum 2030″, die nach Ansicht des Managements mehr Wert schaffe und mit geringeren Umsetzungsrisiken verbunden sei.
Für Aktionäre bleibt es damit eine Abwägung: Umtauschangebot annehmen oder auf die eigenständige Strategie setzen.
Fristende am 16. Juni als nächster Taktgeber
Die Commerzbank-Aktie notiert aktuell bei 37,05 Euro und liegt damit nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 38,15 Euro, das erst am 1. Juni markiert wurde. Der starke Anstieg der Andienungen in der vergangenen Woche dürfte die Aufmerksamkeit nun auf die abschließende Meldung vor dem 16. Juni lenken — sie wird zeigen, ob UniCredit die für eine Übernahme entscheidende Mehrheitsschwelle erreicht.
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