Das formelle Übernahmeangebot der UniCredit rückt näher — und die Fronten werden schärfer. Was die Italiener im März ankündigten, soll im Mai konkret werden. Das Problem: Zum aktuellen Tauschverhältnis lockt das Angebot kaum jemanden hinter dem Ofen hervor.
Umtauschverhältnis weit unter Analystenzielen
Das Herzstück des Angebots — 0,485 UniCredit-Aktien für eine Commerzbank-Aktie — entsprach bei der Ankündigung einem Gegenwert von rund 30,80 Euro je Aktie. Der durchschnittliche Analysten-Zielpreis liegt bei etwa 38 Euro. Eine Prämie ist das nicht. UniCredit-Chef Andrea Orcel hat zwar Bereitschaft zu finanziellen Zugeständnissen signalisiert, knüpft diese aber an eine gemeinsame strategische Vision — die die Commerzbank bislang nicht teilt.
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Erschwerend kommt hinzu, dass die Bundesregierung ihre rund zwölf Prozent schlicht nicht verkaufen will. Kanzler Friedrich Merz hat eine „starke und unabhängige Commerzbank“ als Ziel ausgegeben. Verdi und der Betriebsrat stellen sich ebenfalls quer — unter Verweis auf den Schrumpfkurs, den die HVB nach der UniCredit-Übernahme 2005 durchlief. Betriebsratschef Sascha Uebel sprach von einem „geschäftsschädigenden“ Vorgehen.
Jefferies im Visier der Bundesbank
Eine unerwartete Nebenfront hat sich rund um Jefferies geöffnet. Die US-Investmentbank ist nach UniCredit und dem Bund der drittgrößte Anteilseigner der Commerzbank — allerdings indirekt über Derivate, mit einem Zugriff auf rund 10,3 Prozent der Anteile. Die Bundesbank führte nun eine Sonderprüfung bei der deutschen Niederlassung durch und stellte Mängel im Risikomanagement fest. Schon länger wird gemutmaßt, dass Jefferies im Auftrag der UniCredit agiert. Belegt ist das nicht, aber die Prüfung dürfte das Übernahmeszenario zusätzlich verkomplizieren.
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Commerzbank liefert — und spielt auf Zeit
Operativ steht die Commerzbank gut da. Das Betriebsergebnis 2025 stieg um 18 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro — der beste Wert der Unternehmensgeschichte. Für das laufende Jahr peilt das Management ein Nettoergebnis oberhalb des ursprünglichen Strategieziels von 3,2 Milliarden Euro an. Die Prognose für den Zinsüberschuss wurde auf rund 8,5 Milliarden Euro angehoben.
Diese Zahlen sind kein Zufall. Je stärker die Commerzbank ihre Eigenständigkeit unter Beweis stellt, desto schwerer wird es für UniCredit, Aktionäre von einem Tauschangebot ohne echte Prämie zu überzeugen. Das formelle Angebot soll im Mai veröffentlicht werden, ein Ergebnis wird Ende Juni oder im Juli erwartet — der endgültige Abschluss nach Einschätzung der UniCredit jedoch erst 2027. Die Hauptversammlung am 20. Mai, unmittelbar nach den Quartalszahlen am 8. Mai, wird der erste echte Kräftemessungsmoment sein.
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