Die operative Stärke ist da – doch an der Börse zählt gerade etwas anderes. Rund um die Commerzbank verschiebt sich das Machtgefüge: UniCredit hat seit Ende Februar mehr Spielraum für ein mögliches Angebot, während die Frankfurter mit Rekordzahlen und hohen Ausschüttungen dagegenhalten. Wie ernst wird es mit der 30%-Schwelle?
UniCredit gewinnt taktische Freiheit
Seit dem 22. Februar ist für UniCredit eine wichtige übernahmerechtliche Hürde gefallen: Nach Ablauf einer Frist kann ein potenzielles Angebot so strukturiert werden, dass keine wesentliche Bargeldkomponente nötig ist. Für UniCredit bedeutet das vor allem eines: mehr Flexibilität bei Finanzierung und Aufbau eines möglichen Aktientauschangebots.
Parallel rückt eine kritische Marke näher. UniCredit hält laut Angaben rund 26% direkt an der Bank und weitere knapp 4% über Finanzinstrumente. Damit ist die 30%-Schwelle in Reichweite – ab dort wäre ein Pflichtangebot für die restlichen Anteile fällig. Politisch bleibt das Umfeld jedoch heikel: Der Bund hält weiterhin rund 12% und lehnt eine Übernahme ab.
Rekordergebnis – und viel Geld zurück an Aktionäre
Operativ liefert die Bank Argumente für die Eigenständigkeit. Für 2025 meldete sie ein operatives Rekordergebnis von 4,5 Mrd. Euro (+18%). Der Nettogewinn lag bei 2,63 Mrd. Euro – trotz Restrukturierungskosten. Im vierten Quartal stieg der Umsatz um 6%, getragen von Trade Finance, Wertpapiergeschäft und Zahlungsverkehr. Eine Cost-Income-Ratio von 59% und Kreditausfälle von 24 Basispunkten unterstreichen den Effizienzanspruch.
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Das Management setzt zudem klar auf Kapitalrückführung: Vorgeschlagen sind 1,10 Euro Dividende je Aktie (nach 0,65 Euro im Vorjahr) sowie Aktienrückkäufe von bis zu 540 Mio. Euro. Zusammen mit einem im Dezember 2025 abgeschlossenen Programm summiert sich die Kapitalrückführung für 2025 auf 2,7 Mrd. Euro. Für 2026 stellt die Bank eine Eigenkapitalrendite (ROTE) von über 11,2% in Aussicht und kündigt an, 100% des Nettoergebnisses über Dividenden und Rückkäufe auszuschütten.
Flankiert wurde das zuletzt durch zwei Anleihen über insgesamt 1,75 Mrd. Euro (Senior bis 2031 und Green Bond bis 2037). Laut Vorlage wurden die Papiere vollständig vom Markt aufgenommen, ohne Kursstabilisierung.
Warum der Markt trotzdem skeptisch bleibt
Trotz der Rekordwerte fällt die Reaktion verhalten aus. Ein Grund: Der Vorstand kündigte an, das bisherige Gewinnziel von 3,2 Mrd. Euro übertreffen zu wollen – der Marktkonsens lag laut Text allerdings bereits bei 3,4 Mrd. Euro. Dazu kommen Belastungen aus der Beteiligung an Aquila Capital: 2025 schrieb die Bank insgesamt rund 117 Mio. Euro ab (65 Mio. im ersten Halbjahr, weitere 52 Mio. im vierten Quartal).
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An der Börse spiegelt sich die Gemengelage aus operativer Stärke und Übernahmeunsicherheit in sinkenden Kursen. Heute notiert die Aktie bei 31,80 Euro (-4,30%) und liegt damit auch spürbar unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 34,83 Euro.
Konkret läuft auch das Rückkaufprogramm weiter: Am 2. März meldete die Bank für den Zeitraum 23. bis 27. Februar den Erwerb von 3.933.424 eigenen Aktien; seit Start am 12. Februar summiert sich der Rückkauf auf 10.222.582 Aktien.
Zum Fahrplan gehören nun zwei feste Marken: Das Rückkaufprogramm endet am 26. März 2026, die Q1-Zahlen folgen am 8. Mai 2026 – zwei Termine, an denen der Markt die Eigenständigkeitsstory und die Bewertung unter Übernahmefantasie neu austarieren dürfte.
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