Während der Vorstand in Frankfurt die Barrikaden hochzieht, macht die polnische Tochtergesellschaft Geschäfte mit dem Angreifer. Im Übernahmeprozess zwischen der Commerzbank und UniCredit entwickelt sich die mBank zu einem entscheidenden Faktor. Sie fungiert nicht nur als unerwarteter Kooperationspartner, sondern gleichzeitig als milliardenschwere Kostenfalle für die Italiener.
Operative Kooperation trotz Abwehrhaltung
Auf operativer Ebene arbeiten die beiden Kontrahenten bereits zusammen. Die polnische Commerzbank-Tochter mBank prüft derzeit einen Risikotransfer für gewerbliche Immobilienkredite im Volumen von rund 1,2 Milliarden Euro. Ausgerechnet UniCredit agiert bei dieser Transaktion als Arrangeur. Dieser Schritt passt zwar zur Strategie von Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp, die risikogewichteten Aktiva zur Kapitalfreisetzung bis 2028 um 13 Milliarden Euro zu senken, steht aber im direkten Widerspruch zur offiziellen Abwehrhaltung des Frankfurter Mutterkonzerns.
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Milliardenhürde für die Italiener
Gleichzeitig erweist sich genau diese Tochtergesellschaft als massiver Kostentreiber für die italienischen Übernahmepläne. Sobald UniCredit die Schwelle von 50 Prozent der Stimmrechte an der Commerzbank überschreitet, greift das polnische Recht. Dieses zwingt den Käufer zu einem Pflichtangebot für alle restlichen mBank-Anteile. Da die Commerzbank 69,1 Prozent hält und der Streubesitz bei knapp 31 Prozent liegt, taxieren Experten die Kosten für dieses zwingende Barangebot auf rund 3,8 Milliarden Euro. Ein vollständiges Delisting der Tochter wird von den polnischen Aufsichtsbehörden zudem konsequent abgelehnt.
Auf strategischer Ebene zeigt das Frankfurter Management daher weiterhin keine Kompromissbereitschaft. Orlopp wies das jüngste UniCredit-Angebot, das lediglich einen Aufschlag von vier Prozent beinhaltet, als inakzeptabel zurück. Anleger reagieren auf die Gemengelage mit Käufen: Mit einem Schlusskurs von 34,56 Euro am Freitag und einem Plus von 9,78 Prozent auf Wochensicht behauptet sich das Papier deutlich über der 200-Tage-Linie.
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Der Fahrplan für die Entscheidung
Der kommende Monat liefert die konkreten Impulse für den weiteren Verlauf. Folgende Termine markieren die nächsten Meilensteine im Übernahmeprozess:
- 4. Mai: Außerordentliche Hauptversammlung der UniCredit zur Finanzierung des Angebots.
- 8. Mai: Publikation der Commerzbank-Quartalszahlen inklusive angehobener Finanzziele.
- 20. Mai: Reguläre Hauptversammlung der Commerzbank.
Nach der für Mai erwarteten formellen Angebotsgenehmigung durch die BaFin startet die offizielle Annahmefrist. Ein finales Ergebnis der Übernahmetransaktion wird für Ende Juni oder Juli 2026 avisiert.
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