Das Ringen um die Eigenständigkeit der Commerzbank geht in die nächste Phase. Während UniCredit am Donnerstag den Termin für ihre Hauptversammlung fixierte und damit den formalen Druck aufrechterhält, kontert das Frankfurter Management mit handfesten Zahlen. Eine geplante Kapitalrückgabe von 2,7 Milliarden Euro an die Anteilseigner soll die Investoren von einem Alleingang überzeugen.
Rekord-Dividende dank EZB-Rückenwind
Kern der Abwehrstrategie ist eine vorgeschlagene Rekord-Dividende von 1,10 Euro je Aktie für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025. Möglich wird diese Ausschüttung durch einen gestiegenen Provisionsüberschuss und eine zweistellige Eigenkapitalrendite. Zusätzlichen Spielraum liefert die Europäische Zentralbank (EZB). Die Aufsichtsbehörde senkte die bankenspezifischen Kapitalanforderungen (SREP), wodurch sich der Puffer für geplante Aktienrückkäufe und Dividenden weiter vergrößert. Erst kürzlich schloss das Institut ein Rückkaufprogramm über 524 Millionen Euro ab.
Operatives Geschäft stützt den Kurs
An der Börse verteidigte das Papier am Freitag im volatilen Handel sein Niveau um 31,43 Euro und hielt sich damit über der 20-Tage-Linie. Um die Abhängigkeit vom Zinsumfeld zu verringern, forciert die Bank das heimische Wertpapiergeschäft. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Generation Z, die laut einer bankeigenen Studie mit einer Investitionsquote von 48 Prozent überdurchschnittliches Potenzial für das Provisionsgeschäft bietet.
Die Entscheidung über ein formales Übernahmeangebot aus Mailand und die künftige Struktur der Bank fällt voraussichtlich im Frühsommer 2026. Bis zu diesem Zeitpunkt nutzt das Frankfurter Management den regulatorischen Spielraum konsequent aus, um die Aktionäre durch die hohe Ausschüttungsquote an das Institut zu binden.
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