Das freiwillige Übernahmeangebot der UniCredit hat die Commerzbank-Aktie kurz beflügelt — und dann wieder belastet. Seit Freitag notiert das Papier rund 20 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch, der RSI von 27,5 signalisiert überverkaufte Bedingungen. Der Machtkampf zwischen Frankfurt und Mailand geht in eine neue Phase.
Angebot ohne Prämie, Ablehnung ohne Kompromiss
UniCredit bietet 0,485 eigene Aktien für jede Commerzbank-Aktie — ein Verhältnis, das nach aktuellem Stand unter dem Börsenwert der Commerzbank liegt. Die Commerzbank hat das Angebot als nicht im Interesse der Aktionäre zurückgewiesen und verweist darauf, dass UniCredit-Chef Andrea Orcel keine konkreten Informationen zu einer wertstiftenden Transaktion geliefert habe. Orcel selbst rechnet nicht damit, damit die Kontrolle zu erlangen — das Angebot ist offenbar weniger als Übernahmeversuch denn als Verhandlungsdruck konzipiert.
Ein bislang wenig beachtetes Detail verschiebt dabei die Kräfteverhältnisse: Der abgeschlossene Aktienrückkauf der Commerzbank im Volumen von 524 Millionen Euro reduziert die Zahl ausstehender Aktien — und erhöht damit automatisch die Stimmrechtsanteile von UniCredit und Jefferies, die zuletzt die 10-Prozent-Schwelle überschritten haben. Zusammen mit dem früheren Programm aus Dezember 2025 summieren sich die Rückkäufe auf 1,5 Milliarden Euro.
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Hauptversammlung als Kräftemessen
Die eigentliche Auseinandersetzung findet auf zwei aufeinanderfolgenden Hauptversammlungen statt. Am 4. Mai 2026 stimmt eine außerordentliche UniCredit-Hauptversammlung über die für das Angebot notwendige Kapitalerhöhung ab. Knapp drei Wochen später, am 20. Mai, trifft die Commerzbank-Hauptversammlung aufeinander: UniCredit, Jefferies und die Bundesregierung mit rund zwölf Prozent Anteil stehen dann gemeinsam im Aktionärsregister — mit grundlegend unterschiedlichen Interessen.
Der Widerstand gegen eine Übernahme ist breit. Betriebsratschef Sascha Uebel bezeichnete das Vorgehen als „geschäftsschädigend“, ver.di warnt vor einem Stellenabbau und verweist auf ein historisches Beispiel: Nach der UniCredit-Übernahme der HypoVereinsbank 2005 sank die Beschäftigtenzahl um rund zwei Drittel. Die Bundesregierung hält eine feindliche Übernahme einer systemrelevanten Bank für nicht akzeptabel; das Bundeskartellamt hat klargestellt, dass bei einem Kontrollerwerb die EU-Kommission zuständig wäre.
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Starke Zahlen als Argument für Eigenständigkeit
Die Commerzbank stützt ihre Ablehnung auf eine solide operative Basis. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte sie ein Nettoergebnis von 2,63 Milliarden Euro, steigerte den Provisionsüberschuss um sieben Prozent und erreichte eine zweistellige Eigenkapitalrendite. Für 2026 peilt das Management mehr als 3,2 Milliarden Euro an — und hat eine vollständige Ausschüttung des bereinigten Nettoergebnisses für die Jahre 2026 bis 2028 angekündigt. Die vorgeschlagene Dividende von 1,10 Euro je Aktie für das abgelaufene Jahr, nach 0,65 Euro im Vorjahr, unterstreicht diesen Kurs.
Ob das reicht, um Aktionäre von der Eigenständigkeit zu überzeugen, wird sich am 20. Mai zeigen — wenn drei Großaktionäre mit gegensätzlichen Interessen über die Zukunft des Frankfurter Geldhauses abstimmen.
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