Während UniCredit nur einen Schritt von der kritischen 30-Prozent-Marke entfernt ist, meldet ein weiterer Großinvestor eine bedeutende Stimmrechtsposition. Die Commerzbank liefert Rekordzahlen – doch im Übernahmepoker verschärft sich die Lage.
Jefferies erhöht Stimmrechte auf über zehn Prozent
Die US-Investmentbank Jefferies Financial Group hat am 3. März 2026 die Schwelle von zehn Prozent überschritten. Laut offizieller Mitteilung hält Jefferies nun 10,04 Prozent der Stimmrechte – zuvor waren es 9,28 Prozent.
Bemerkenswert: Die gesamte Position wird über Finanzinstrumente gehalten. Direkte Aktienbestände weist Jefferies in der Veröffentlichung nicht aus. In einem möglichen Übernahmeszenario könnten solche Positionen zum entscheidenden Faktor werden.
UniCredit steht kurz vor der Pflichtangebots-Schwelle
Die italienische UniCredit kontrolliert mittlerweile knapp 29 Prozent der Commerzbank-Anteile über Aktien und Derivate. Nur ein kleiner Schritt trennt sie noch von der 30-Prozent-Schwelle, die automatisch ein Pflichtübernahmeangebot auslösen würde.
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Ein juristisches Detail verschärft die Situation: Seit Ende Februar ist eine wichtige Frist im deutschen Übernahmerecht abgelaufen. Da UniCredit in den letzten sechs Monaten keine nennenswerten Barkäufe tätigte, müsste ein mögliches Pflichtangebot keine Barkomponente mehr enthalten. Der Bund hält weiterhin zwölf Prozent und lehnt eine Übernahme ab.
Rekordergebnis als Abwehrstrategie
Die Commerzbank setzt dem externen Druck operative Stärke entgegen. Das Ergebnis 2025 übertraf die eigenen Ziele: Das operative Ergebnis stieg um 18 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, der Nettogewinn erreichte 2,6 Milliarden Euro – trotz Restrukturierungsaufwendungen von 562 Millionen Euro. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich auf 57 Prozent.
Als Teil der Verteidigungsstrategie schlägt das Management eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie vor (Vorjahr: 0,65 Euro). Zusammen mit laufenden Aktienrückkäufen von bis zu 540 Millionen Euro summiert sich die Kapitalrückführung für 2025 auf 2,7 Milliarden Euro. Für 2026 kündigt die Bank an, 100 Prozent des Nettoergebnisses über Dividenden und Rückkäufe auszuschütten.
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Ausblick verfehlt Erwartungen
Trotz der starken Zahlen reagierte der Markt verhalten. Die Gewinnprognose für 2026 liegt bei 3,2 Milliarden Euro – Analysten hatten im Schnitt 3,4 Milliarden Euro erwartet. Zusätzlich belastet die Beteiligung an Aquila Capital: 2025 schrieb die Bank insgesamt 117 Millionen Euro auf die Anteile ab, für die sie einst 200 Millionen Euro gezahlt hatte.
Die Aktie rutschte zuletzt auf 30,77 Euro und verlor damit seit Jahresanfang über 15 Prozent. Am 3. März kreuzte der Kurs die 200-Tage-Linie nach unten.
Entscheidende Termine rücken näher
Das laufende Aktienrückkaufprogramm endet am 26. März 2026. Am 8. Mai folgen die Q1-Zahlen, die Hauptversammlung findet am 20. Mai statt. Diese beiden Termine dürften Klarheit über das Kräfteverhältnis zwischen dem Frankfurter Management und dem Mailänder Großaktionär bringen.
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