UniCredit macht Ernst im Ringen um die Commerzbank. Die Italiener haben am Montag einen detaillierten Plan für die Zukunft des Frankfurter Instituts vorgelegt. Das Papier skizziert tiefe Einschnitte. Das Management der Commerzbank reagiert mit scharfer Ablehnung.
Der 34-Seiten-Plan
In einer umfassenden Präsentation rechnet UniCredit zwei Szenarien durch. Variante eins sieht eine eigenständige Commerzbank vor. Hier fordert UniCredit einen strikten Sparkurs. Das Ziel: ein Nettogewinn von gut 5,1 Milliarden Euro bis 2028.
Variante zwei forciert die vollständige Fusion mit der deutschen UniCredit-Tochter HVB. Die Italiener locken hierbei mit ehrgeizigen Zahlen. Bis 2030 soll das gemeinsame Deutschland-Geschäft 8,5 Milliarden Euro Gewinn abwerfen.
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Um diese Ziele zu erreichen, plant UniCredit einen harten Umbau. Etwa 40 Prozent der Einsparungen sollen durch die Streichung von Führungspositionen entstehen. Die Italiener kritisieren die ausufernde Bürokratie in Frankfurt. Parallel dazu bemängeln sie das schwache operative Geschäft auf dem Heimatmarkt.
Frankfurt und Berlin blocken ab
Die Antwort aus der Commerzbank-Zentrale folgte prompt. Vorstandschefin Bettina Orlopp wies die Vorschläge umgehend als feindliche Taktik zurück und bemängelte das Fehlen einer angemessenen Kontrollprämie für die Aktionäre. Ein glaubwürdiger Plan zur Wertsteigerung fehle völlig.
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Rückenwind erhält Orlopp aus der Politik. Das Bundesfinanzministerium lehnt eine feindliche Übernahme der systemrelevanten Bank kategorisch ab. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz betonte, nicht jede Form der Übernahme sei in Deutschland willkommen.
Kurs nahe am Jahreshoch
An der Börse verpuffte der verbale Angriff der Italiener weitgehend. Die Commerzbank-Aktie legte leicht zu und schloss am Montag bei 36,48 Euro. Auf Jahressicht steht ein massives Plus von knapp 58 Prozent auf der Kurstafel. Damit notiert das Papier nur hauchdünn unter seinem 52-Wochen-Hoch. UniCredit-Papiere gaben indes leicht nach.
Die nächste Zäsur steht bereits fest. Im Mai 2026 präsentiert die Commerzbank ihre Quartalszahlen. Dann wird der Vorstand auch seine aktualisierte Strategie bis 2030 vorstellen. Bis dahin hängen die Übernahmepläne ohnehin in der Warteschleife der europäischen Wettbewerbshüter und der EZB.
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