Dividende, Aktienrückkäufe und ein ungebetener Großaktionär — die Commerzbank-Hauptversammlung am 20. Mai in Wiesbaden wird kein gewöhnliches Aktionärstreffen. Die Bank hat die formelle Einladung veröffentlicht, und die Tagesordnung allein erzählt noch nicht die ganze Geschichte.

2,7 Milliarden Euro für Aktionäre

Im Mittelpunkt steht eine beachtliche Kapitalrückgabe: Für das Geschäftsjahr 2025 schüttet die Commerzbank insgesamt rund 2,7 Milliarden Euro an ihre Aktionäre aus. Darin enthalten sind zwei bereits abgeschlossene Aktienrückkäufe im Gesamtvolumen von rund 1,5 Milliarden Euro sowie eine vorgeschlagene Dividende von 1,10 Euro je Aktie. Zusätzlich soll die HV eine neue Ermächtigung beschließen, mit der die Bank eigene Aktien im Umfang von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals erwerben darf.

Die DZ Bank bewertet die Aktie mit einem fairen Wert von 34 Euro und empfiehlt, sie zu halten. Analyst Philipp Häßler bezeichnete das jüngste freiwillige Übernahmeangebot von UniCredit als geschickten Schachzug — die Offerte verschaffe der Italienerin die Freiheit, ihren Anteil über Zukäufe am Markt bis zur nächsten Meldeschwelle von 50 Prozent weiter auszubauen. Für Commerzbank-Aktionäre sei das Angebot jedoch nicht attraktiv.

Übernahmekonflikt als Kulisse

UniCredit hält derzeit knapp 30 Prozent der Commerzbank-Anteile. Der Bund ist mit gut zwölf Prozent beteiligt und lehnt einen weiteren Anteilsverkauf bislang ab. Die Commerzbank selbst sieht nach Gesprächen mit UniCredit keine Grundlage für eine einvernehmliche Transaktion — ein deutliches Signal, dass das Management auf Eigenständigkeit setzt.

Zur Hauptversammlung dürfte es laut werden: Der Betriebsrat hat das Vorgehen von UniCredit zuletzt scharf kritisiert, und mit Aktionen der Belegschaft ist zu rechnen.

Bereits am 8. Mai — zwölf Tage vor der HV — veröffentlicht die Commerzbank ihre Quartalszahlen für das erste Quartal 2026. Das Management will dabei verbesserte Finanzziele und eine konkretisierte Eigenständigkeitsstrategie vorlegen. Dieser Doppelschlag aus Zahlen und Strategie soll offenbar demonstrieren, dass der Alleingang wirtschaftlich trägt — und UniCredits Ambitionen den Wind aus den Segeln nehmen.