Die Commerzbank liefert ein operatives Rekordergebnis und schüttet Milliarden an Aktionäre aus – doch der Markt reagiert verhalten. Gleichzeitig gewinnt UniCredit durch eine abgelaufene übernahmerechtliche Frist neue taktische Optionen. Die italienische Großbank hält mittlerweile rund 30 Prozent und könnte nun vollständig mit eigenen Aktien bieten.
UniCredit erhält neue Handlungsfreiheit
Seit dem 22. Februar darf UniCredit ein mögliches Übernahmeangebot als reinen Aktientausch strukturieren. Hintergrund: Wer in den sechs Monaten vor einem Angebot nicht mehr als fünf Prozent der Zielgesellschaft gegen Bargeld kauft, kann später vollständig mit Aktien bieten. UniCredit hatte zuletzt im August gegen Barzahlung zugekauft – die Sperre ist nun vorbei.
Die Italiener halten rund 26 Prozent direkt sowie knapp vier Prozent über Finanzinstrumente. Damit steht die 30-Prozent-Schwelle unmittelbar bevor. Ab dieser Marke wäre UniCredit verpflichtet, ein Pflichtangebot für alle ausstehenden Commerzbank-Anteile vorzulegen.
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Politisch bleibt die Lage angespannt. Der Bund hält weiter zwölf Prozent und lehnt eine Übernahme kategorisch ab.
Rekordergebnis reicht dem Markt nicht
Die Commerzbank meldete für 2025 ein operatives Ergebnis von 4,5 Milliarden Euro – ein Plus von 18 Prozent. Der Nettogewinn erreichte 2,63 Milliarden Euro. Im vierten Quartal legte der Umsatz um sechs Prozent zu, getragen von Trade Finance, Wertpapiergeschäft und Zahlungsverkehr.
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Trotzdem fiel die Marktreaktion verhalten aus. Der Grund: Für 2026 stellte der Vorstand in Aussicht, das bisherige Gewinnziel von 3,2 Milliarden Euro übertreffen zu wollen – der Marktkonsens lag jedoch bei 3,4 Milliarden Euro. Zusätzliche Irritation brachte die Beteiligung an Aquila Capital: Erneut wurden 52 Millionen Euro abgeschrieben, womit bereits zwei Drittel des Kaufpreises aus 2024 verloren sind.
Der Vorstand schlägt eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie vor – über den Analystenschätzungen von 1,00 Euro. Parallel läuft ein Aktienrückkaufprogramm über 540 Millionen Euro, das am 26. März endet. Zusammen mit einem Dezember-Programm belaufen sich die Kapitalrückführungen für 2025 auf 2,7 Milliarden Euro. Für 2026 kündigt die Bank an, 100 Prozent des Nettoergebnisses über Dividenden und Rückkäufe auszuschütten.
Bewährungsprobe im Mai
Das Management steht mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen am 8. Mai und der Hauptversammlung am 20. Mai vor einer entscheidenden Bewährungsprobe. Diese Ereignisse werden zeigen, ob die Kombination aus hohen Ausschüttungen und der aktuellen strategischen Ausrichtung tragfähig ist – und ob die Eigenständigkeitsstrategie Investoren überzeugen kann.
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