UniCredit hat die erste Annahmefrist für das Commerzbank-Übernahmeangebot ausgewertet. Das Ergebnis ist ernüchternd — zumindest aus Sicht der Mailänder Bank.

Nur 12,51 Prozent angedient

Bis zum 16. Juni 2026 nahmen Aktionäre das Angebot für rund 141 Millionen Commerzbank-Aktien an. Das entspricht 12,51 Prozent des Grundkapitals. UniCredit hält darüber hinaus direkt weitere 26,77 Prozent der Anteile. Zusammen kommt die italienische Bank damit auf knapp 40 Prozent — aber noch lange nicht auf eine Mehrheit.

Das Angebot sieht 0,485 neue UniCredit-Aktien für jede angediente Commerzbank-Aktie vor. Die Transaktion ist damit noch nicht vollzogen. Ausstehend sind fusionskontrollrechtliche Freigaben, außenwirtschaftsrechtliche Genehmigungen sowie die EU-Prüfung zu ausländischen Subventionen.

Commerzbank spricht von fehlender Aktionärsunterstützung

Die Commerzbank bleibt klar ablehnend. Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen Aktionären weiterhin, das Angebot nicht anzunehmen. Das Angebot biete weder eine angemessene Prämie noch einen überzeugenden Integrationsplan.

Pikant: Die Commerzbank hatte bereits am 10. Juni erklärt, sie könne keinen institutionellen Investor identifizieren, der Aktien angedient habe. Privataktionäre hätten nur rund 0,05 Prozent beigesteuert. Die Bank übermittelte entsprechende Daten an die BaFin. Wer also die 12,51 Prozent angedient hat, bleibt vorerst offen.

Kurs liegt über dem Angebotswert

Für Aktionäre, die noch nicht entschieden haben, läuft nun die zusätzliche Annahmefrist — vom 20. Juni bis zum 3. Juli 2026. Am 8. Juli veröffentlicht UniCredit das Ergebnis.

Die Entscheidung ist nicht trivial. Die Commerzbank-Aktie schloss am Freitag bei 38,33 Euro und liegt damit nur 1,34 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro. Der Kurs notiert damit deutlich über dem rechnerischen Angebotswert aus der Angebotsunterlage. Wer das Angebot annimmt, tauscht also in UniCredit-Aktien — zu einem Zeitpunkt, an dem der Markt die Commerzbank höher bewertet als UniCredit es anbietet.

Das dürfte die Annahmequote in der Zusatzfrist kaum treiben. Der nächste Informationsstand folgt am 8. Juli.