Der Nervenkrieg zwischen der Commerzbank und der italienischen UniCredit verschärft sich. Um die drohende Übernahme abzuwehren, setzt das Frankfurter Geldhaus nun auf eine aggressive Kommunikationsstrategie und warnt vor massiven Folgen für den deutschen Mittelstand. Gepaart mit Rekordzahlen und laufenden Aktienrückkäufen soll so die Eigenständigkeit verteidigt werden.
Die 30-Prozent-Hürde
Die Situation gleicht einer Pattsituation. UniCredit hält laut Reuters bereits rund 26 Prozent der Anteile direkt und kontrolliert über weitere Finanzinstrumente insgesamt knapp 29 Prozent. Damit stehen die Italiener unmittelbar vor der entscheidenden Schwelle von 30 Prozent, die ein formales Übernahmeangebot auslösen würde.
Dem gegenüber steht die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz, die ihren Anteil von 12 Prozent hält und eine Fusion weiterhin ablehnt. Doch UniCredit-CEO Andrea Orcel lässt sich von diesem politischen Gegenwind bislang nicht beirren, was die Unsicherheit im Markt hochhält.
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Warnsignal für die Wirtschaft
Um die Argumente gegen eine Fusion zu untermauern, veröffentlichte die Commerzbank gestern eine detaillierte Analyse der möglichen Folgen für Firmenkunden. Der Kernpunkt: Eine Zusammenlegung beider Banken würde eine enorme Konzentration im Kreditgeschäft schaffen.
Gemeinsam sind beide Institute an rund 54,8 Prozent des gesamten deutschen Konsortialkreditvolumens beteiligt. In Schlüsselbranchen wie dem Maschinenbau liegt dieser Wert sogar bei fast 62 Prozent. Finanzentscheider im Mittelstand befürchten durch eine solche Marktmacht sinkenden Wettbewerb und schlechtere Konditionen. Diese Zahlen dienen dem Management als wichtiges Argument, um auch die Kartellbehörden für die eigene Position zu sensibilisieren.
Rekordgewinne als Schutzschild
Die beste Verteidigung gegen eine feindliche Übernahme ist ein hoher Börsenkurs, der den Kaufpreis in die Höhe treibt. Hier liefert CEO Bettina Orlopp: Mit einem operativen Rekordergebnis von 4,5 Milliarden Euro im Jahr 2025 und einem prognostizierten Nettogewinn von über 3,2 Milliarden Euro für 2026 präsentiert sich die Bank kerngesund.
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Diese operative Stärke spiegelt sich im Aktienkurs wider. Das Papier notierte am Donnerstag bei 35,91 Euro und liegt damit nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 37,75 Euro. Ein potenzieller Käufer müsste tief in die Tasche greifen.
Zusätzlich verknappt die Bank das Angebot künstlich: Ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 540 Millionen Euro läuft auf Hochtouren. Allein Mitte Februar wurden über sechs Millionen eigene Aktien vom Markt genommen.
Entscheidende Termine im Blick
Für Aktionäre bleibt die Lage spannend, aber auch lukrativ. Die geplante Dividende wurde auf 1,10 Euro je Aktie fast verdoppelt. Kurzfristig richtet sich der Blick auf den 26. März 2026, wenn das aktuelle Rückkaufprogramm endet, sowie auf die Hauptversammlung am 20. Mai. Bis dahin muss sich zeigen, ob die Strategie der „Stärke durch Eigenständigkeit“ ausreicht, um die Ambitionen aus Mailand dauerhaft abzuwehren.
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