Vier Prozent Aufschlag — das reicht Bettina Orlopp nicht. Die Commerzbank-Vorstandschefin hat das Tauschangebot von UniCredit öffentlich als unzureichend zurückgewiesen. Der Markt quittierte die klare Absage mit Zustimmung.
Warum das Angebot nicht zieht
UniCredit bietet für jede Commerzbank-Aktie 0,485 eigene Papiere — umgerechnet 30,80 Euro pro Anteil, was einem Aufschlag von gerade einmal vier Prozent auf den Schlusskurs vom 13. März entspricht. Damit bewertet die Mailänder Bank die Commerzbank mit knapp 35 Milliarden Euro. Das formelle Angebot soll laut aktuellem Plan im Mai vorgelegt werden. Ziel ist es, die rechtlich relevante 30-Prozent-Schwelle zu überschreiten — derzeit hält UniCredit direkt rund 26 Prozent, zusammen mit Finanzinstrumenten kommt sie auf etwa 29,9 Prozent.
Das Commerzbank-Management hält dagegen: Operativ steht die Bank auf solidem Fundament. Das operative Ergebnis kletterte 2025 um 18 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, für 2026 erwartet das Institut ein Nettoergebnis über dem ursprünglichen Ziel von 3,2 Milliarden Euro. Dazu kommen eine Rekorddividende von 1,10 Euro je Aktie, ein abgeschlossenes Aktienrückkaufprogramm über 524 Millionen Euro und eine harte Kernkapitalquote von über 14 Prozent. Mit diesen Zahlen im Rücken fällt es dem Vorstand leicht, einen Verkauf zum Schnäppchenpreis abzulehnen.
Widerstand auf breiter Front
Das Management steht mit seiner Haltung nicht allein. Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich klar positioniert: Die Commerzbank solle eine eigenständige Einheit bleiben, eine feindliche Übernahme sei „unacceptable“. Die Gewerkschaft Verdi warnt vor dem Abbau von mehr als 10.000 Arbeitsplätzen und verweist auf die Übernahme der HVB durch UniCredit im Jahr 2005 — damals folgte ein deutlicher Schrumpfkurs bei der Münchner Bank. Commerzbank-Betriebsratschef Sascha Uebel nannte den jüngsten UniCredit-Schritt schlicht „feindlich“ und „geschäftsschädigend“.
Termine, die den Kurs bewegen könnten
Bis zur Entscheidung sind noch mehrere Wegmarken zu passieren. Am 8. Mai 2026 legt die Commerzbank ihre Quartalszahlen vor — ein erster Stresstest für die operative Stärke, mit der das Management seine Unabhängigkeit begründet. Kurz darauf, am 20. Mai, folgt die Hauptversammlung, auf der die Aktionäre das letzte Wort haben werden. UniCredit wird bis dahin ihr formelles Angebot vorgelegt haben. Für eine Einigung müsste die Bewertung deutlich über den aktuellen 30,80 Euro liegen — sonst dürfte der Widerstand aus Frankfurt und Berlin kaum nachlassen.
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