Im Übernahmepoker zwischen der Commerzbank und UniCredit fliegen die Fetzen. Das Frankfurter Geldhaus greift nun zu einer scharfen Waffe. Der Vorstand wirft den Italienern vor, den Markt mit irreführenden Zahlen zu täuschen. Die Finanzaufsicht BaFin soll den Fall jetzt prüfen.
Stein des Anstoßes sind die gemeldeten Annahmequoten für das laufende Übernahmeangebot. UniCredit fasst dabei direkt gehaltene Aktien und Derivatepositionen zusammen. So entsteht laut Commerzbank der falsche Eindruck einer übermächtigen Kontrolle. Anleger reagieren gelassen auf den Streit. Die Aktie notiert aktuell bei 36,98 Euro und legt damit leicht um 1,62 Prozent zu.
Der Streit um die wahren Zahlen
UniCredit beziffert die eigene Stimmrechtsposition auf rund 43 Prozent. Davon hält die Bank knapp 27 Prozent direkt. Den Rest machen angediente Aktien und Finanzinstrumente aus. Genau hier hakt die Commerzbank ein.
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Nach Analyse der Frankfurter stammen die angedienten Papiere fast ausschließlich von institutionellen Akteuren. Privatanleger haben demnach nur winzige 0,05 Prozent ihrer Bestände eingereicht. UniCredit weist die Vorwürfe als haltlos zurück. Das Institut kommentiere keine Unterstellungen ohne sachliche Grundlage.
Ein wirtschaftlich unlogisches Angebot
Eine Andienung ergibt für freie Aktionäre derzeit ohnehin wenig Sinn. Das Angebot von 0,485 UniCredit-Aktien je Commerzbank-Papier liegt unter dem aktuellen Börsenkurs. Wer jetzt tauscht, verliert Geld. Die erweiterte Annahmefrist läuft noch bis zum 3. Juli 2026.
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Parallel dazu trommelt das Management für die Eigenständigkeit. Im ersten Quartal erwirtschaftete die Bank ein operatives Ergebnis von 1,4 Milliarden Euro. Die Gewinnprognose für das Gesamtjahr stieg auf mindestens 3,4 Milliarden Euro. Bis zum Ende des Jahrzehnts will der Vorstand die Profitabilität massiv ausbauen.
Das Übernahmeangebot bewertet die Commerzbank offiziell als unzureichend. Aktionäre sollen die Offerte ablehnen. Nun liegt der Ball bei der BaFin. Das Ergebnis dieser Prüfung entscheidet maßgeblich darüber, mit welcher offiziellen Machtposition UniCredit in die finale Phase vor dem Fristende im Juli geht.
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