Serbien hat grünes Licht gegeben, aber der UniCredit-Vorstoß bei der Commerzbank bleibt ein Puzzle mit vielen offenen Teilen. Der neue regulatorische Baustein bringt das Tauschangebot formal voran. Der eigentliche Test liegt jedoch bei den Aktionären: Bislang ist die Andienungsquote niedrig.
Serbien ist abgehakt
UniCredit meldete am 29. Mai den Eintritt einer weiteren Angebotsbedingung. Die Wettbewerbskommission der Republik Serbien hatte die Transaktion am 28. Mai freigegeben.
Das Angebot selbst bleibt ein Tauschangebot. Für je eine eingereichte Commerzbank-Aktie bietet UniCredit 0,485 neue eigene Aktien; die Annahmefrist läuft nach den Unterlagen bis zum 16. Juni.
Damit ist der Deal noch lange nicht durch. Offen bleiben weitere fusionskontrollrechtliche und außenwirtschaftsrechtliche Freigaben, eine EU-subventionskontrollrechtliche Freigabe sowie finanzaufsichtsrechtliche Zustimmungen. UniCredit teilte außerdem mit, bislang auf keine Angebotsbedingung verzichtet zu haben.
Niedrige Andienung, große Position
Der Blick richtet sich nun stärker auf die tatsächliche Resonanz der Commerzbank-Aktionäre. Bis zum 26. Mai um 14:00 Uhr waren 11.967.891 Aktien wirksam angedient worden.
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Das entspricht rund 1,06 Prozent des Grundkapitals und der Stimmrechte. Ohne eigene Aktien liegt der Wert bei rund 1,11 Prozent.
Diese Quote ist von der bereits aufgebauten UniCredit-Position zu trennen. Genau diese Trennung ist für die Marktdeutung wichtig, weil direkte Aktienbestände, Derivate und angediente Papiere unterschiedliche Signale senden.
- Direkt gehalten: 301.854.505 Commerzbank-Aktien, rund 26,77 Prozent
- Total-Return-Swaps: 36.281.603 Stimmrechte, rund 3,22 Prozent
- Weitere Instrumente: 120.588.163 Stimmrechte, rund 10,70 Prozent
Der Kurs spiegelt die Spannung bereits wider. Am Freitag schloss die Commerzbank-Aktie bei 36,91 Euro, nach einem Tagesplus von 0,63 Prozent; auf 30 Tage liegt sie 4,44 Prozent vorn.
Commerzbank hält dagegen
Die Commerzbank bleibt bei ihrer ablehnenden Haltung. Vorstand und Aufsichtsrat empfahlen am 18. Mai, das Umtauschangebot nicht anzunehmen.
Die Begründung ist klar: Aus Sicht der Bank bietet UniCredit keine angemessene Prämie und bildet den fundamentalen Wert nicht ab. Außerdem kritisiert die Commerzbank den Plan des italienischen Instituts als vage und mit erheblichen Risiken verbunden.
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Auch die Bewertung liefert der Abwehrseite ein Argument. Nach Darstellung der Bank lag der rechnerische Angebotswert am 15. Mai bei 34,56 Euro und damit unter dem damaligen Börsenkurs. Der jüngste Schlusskurs liegt ebenfalls darüber.
Operativ verweist die Commerzbank auf Rückenwind. Im ersten Quartal 2026 steigerte sie das operative Ergebnis um 11 Prozent auf 1,358 Milliarden Euro. Das stützt die Botschaft des Managements: Die Bank will zeigen, dass der eigenständige Kurs Wert schafft.
Das Nettoergebnis stieg auf 913 Millionen Euro. Das Jahresziel liegt nun bei mindestens 3,4 Milliarden Euro; zuvor hatte die Bank eine niedrigere Schwelle genannt.
Im Strategieplan „Momentum 2030“ nennt die Commerzbank Erträge von 16,8 Milliarden Euro und einen Konzerngewinn von 5,9 Milliarden Euro. Auch die Effizienz soll deutlich steigen: Die Cost-Income-Ratio inklusive Pflichtbeiträge soll 43 Prozent erreichen, die Nettoeigenkapitalrendite 21 Prozent.
Da der 31. Mai auf einen Sonntag fällt, kann die Börse erst in der neuen Handelswoche auf die serbische Freigabe reagieren. Bis zum 16. Juni zählen nun vor allem zwei Dinge: weitere regulatorische Meldungen und jede neue Annahmestandsmitteilung. Formale Freigaben bringen das Angebot voran, die Andienungsquote zeigt, ob UniCredit bei den Aktionären wirklich Zugkraft gewinnt.
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