Die Fronten im Übernahmekampf um die Commerzbank scheinen verhärtet, die Meinungen gehen stark auseinander. Dennoch öffnet CEO Bettina Orlopp überraschend die Tür für Verhandlungen mit der italienischen UniCredit. Der Frankfurter Bankkonzern signalisiert Gesprächsbereitschaft, obwohl das bisherige Angebot aus Mailand als unzureichend gilt. Das Management bereitet sich nun auf entscheidende Wochen vor.
Diskrepanz bei der Bewertung
UniCredit bietet derzeit 0,485 eigene Papiere für jede Commerzbank-Aktie. Das entspricht einem impliziten Wert von rund 30,80 Euro. An der Börse notiert die Commerzbank aktuell bei 35,25 Euro. Das Angebot liegt damit deutlich unter dem Marktwert. Kein Wunder, dass der Commerzbank-Vorstand das Wertschöpfungspotenzial für die eigenen Aktionäre infrage stellt.
Orlopp betonte in einem Bloomberg-Interview, dass die Ansichten über die Bewertung und das künftige Geschäftsmodell massiv abweichen. Die Italiener argumentieren mit Synergieeffekten. Das Frankfurter Management hält diese Potenziale für überschätzt und sieht sich in der Lage, vergleichbare Ergebnisse eigenständig zu erreichen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Commerzbank?
Die polnische Kostenfalle
Ein wesentlicher Stolperstein der Transaktion liegt in Polen. Sobald UniCredit die Kontrollmehrheit von 50 Prozent an der Commerzbank übernimmt, erzwingen die dortigen Regularien ein Pflichtangebot für die Tochtergesellschaft mBank. Diese kommt an der Warschauer Börse auf eine Bewertung von 12,4 Milliarden Euro. Ein zwingend vorgeschriebenes Bar-Angebot für den Streubesitz würde die Italiener schätzungsweise 3,8 Milliarden Euro kosten.
Pikant ist dabei eine operative Überschneidung. Die mBank verhandelt aktuell selbst mit UniCredit über den Transfer von Kreditrisiken für ein gewerbliches Immobilienportfolio im Volumen von 1,2 Milliarden Euro. Die polnische Tochter kooperiert auf dieser Ebene mit dem Bieter, während die Frankfurter Konzernmutter auf Distanz geht.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Commerzbank?
Widerstand und Dividenden-Pläne
Gegen die Übernahme formiert sich massiver Widerstand. Der Bund weigert sich als Großaktionär mit einem Anteil von rund 12 Prozent, seine Papiere zu veräußern. Auch der Betriebsrat kritisiert das Vorgehen der Mailänder scharf und bezeichnet es als geschäftsschädigend.
Die Commerzbank setzt indes auf ihre Eigenständigkeit und will die Aktionäre finanziell überzeugen. Auf der Hauptversammlung am 20. Mai steht eine Erhöhung der Dividende auf 1,10 Euro je Aktie zur Abstimmung. Zusammen mit laufenden Aktienrückkäufen schüttet das Institut rund 2,7 Milliarden Euro aus. Das Management untermauert damit den Standalone-Kurs, der Anlegern auf Sicht von zwölf Monaten bereits ein Kursplus von fast 56 Prozent bescherte.
Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 15. April liefert die Antwort:
Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


