UniCredit hat plötzlich mehr Spielraum – und das trifft auf eine Commerzbank, die sich mit Rekordzahlen und hohen Ausschüttungen zur Wehr setzt. Denn seit kurzem kann ein mögliches Übernahmeangebot komplett in Aktien bezahlt werden. Wie viel gefährlicher macht das die Annäherung der Italiener?
UniCredit rückt näher – und kann nun mit Aktien zahlen
Seit dem 22. Februar hat sich für UniCredit eine übernahmerechtlich wichtige Tür geöffnet: Ein mögliches Angebot für die Commerzbank darf nun vollständig in UniCredit-Aktien abgewickelt werden. Hintergrund ist eine Frist im deutschen Übernahmerecht: Wer in den sechs Monaten vor einem Angebot nicht mehr als fünf Prozent der Zielgesellschaft gegen Barzahlung eingesammelt hat, kann später komplett mit Aktien bieten. UniCredit hatte zuletzt im August 2025 eine größere Position gegen Geldleistung gekauft.
Parallel bleibt die Beteiligung der Italiener brisant. Laut Reuters hält UniCredit rund 26% direkt und kontrolliert über Finanzinstrumente insgesamt knapp 29%. Damit ist die 30%-Schwelle in Sichtweite – ab der ein formales Übernahmeangebot ausgelöst würde.
Politisch bleibt das Thema heikel: Die Bundesregierung hält 12% und lehnt eine Fusion weiter ab. Gleichzeitig wirkt der Ton aus Berlin zuletzt weniger konfrontativ, Finanzminister Lars Klingbeil äußerte sich moderater. Das ändert nichts daran, dass die Konstellation für den Markt unsicher bleibt.
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Rekordjahr 2025 – aber 2026 dämpft Erwartungen
Operativ meldete die Bank für 2025 ein Rekordergebnis von 4,5 Mrd. Euro, 18% mehr als im Vorjahr. Unter dem Strich standen gut 2,6 Mrd. Euro Gewinn, die Erträge stiegen um 10% auf 12,2 Mrd. Euro.
Ein Dämpfer kam durch Abschreibungen von 117 Mio. Euro auf den Kundenstamm des Fondsanbieters Aquila Capital, an dem sich die Bank Mitte 2024 mehrheitlich beteiligt hatte. Als Grund nannte die Bank schwierige Rahmenbedingungen in Teilen des Geschäfts, unter anderem bei Vorhaben rund um erneuerbare Energien in einem frühen Stadium.
Der Ausblick sorgt dennoch für Stirnrunzeln: Der Vorstand will das bisherige Gewinnziel von 3,2 Mrd. Euro für 2026 übertreffen – am Markt lag der Konsens aber bereits bei 3,4 Mrd. Euro. Der Plan bis 2028 bleibt: 4,2 Mrd. Euro Gewinn.
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Dividende, Rückkäufe und der Kurs: Verteidigung mit Kapital
Um Aktionäre zu binden und eine Übernahme unattraktiver zu machen, setzt die Commerzbank auf hohe Ausschüttungen. Für 2025 sind es insgesamt 2,7 Mrd. Euro – inklusive einer auf 1,10 Euro je Aktie erhöhten Dividende sowie Rückkäufen.
Zusätzlich läuft ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 540 Mio. Euro, gestartet Mitte Februar 2026 und geplant bis Ende März. Erst im Dezember 2025 hatte die Bank den bislang größten Rückkauf ihrer Geschichte über rund 1 Mrd. Euro abgeschlossen. Für 2026 peilt das Institut eine Eigenkapitalrendite (ROTE) von über 11,2% an und will 100% des Nettoergebnisses über Dividenden und Rückkäufe ausschütten.
Am Freitag schloss die Aktie bei 34,64 Euro und verlor auf Tagesbasis 3,54%. Damit notiert sie knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 34,95 Euro, während der RSI bei 45,6 liegt. Auf Sicht von zwölf Monaten steht trotz der jüngsten Schwankungen ein Plus von 68,89% zu Buche.
Zum Kalender: Das laufende Rückkaufprogramm soll bis Ende März abgeschlossen sein. Die Quartalszahlen folgen am 8. Mai 2026, die Hauptversammlung ist für den 20. Mai angesetzt; der Dividenden-Ex-Tag ist der 21. Mai, die Auszahlung am 25. Mai 2026 geplant.
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