Commerzbank Aktie: UniCredit-Frist endet am 16. Juni

Commerzbank erwartet EZB-Zinserhöhung und das Ende der UniCredit-Annahmefrist. Der Vorstand setzt auf Rekordgewinne und Eigenständigkeit.

Commerzbank Aktie
Kurz & knapp:
  • EZB-Zinsentscheidung am 11. Juni
  • UniCredit-Angebotsfrist endet am 16. Juni
  • Operativer Gewinn auf 1,4 Milliarden Euro gestiegen
  • Dividende auf 1,10 Euro je Aktie erhöht

Zwei Termine dominieren die kommende Woche bei der Commerzbank. Innerhalb von fünf Tagen bündeln sich enorme Risiken und Chancen für Investoren. Am 11. Juni entscheidet die Europäische Zentralbank über die Leitzinsen. Kurz darauf endet die Annahmefrist im Übernahmekampf mit UniCredit. Die Ausgangslage könnte kaum brisanter sein.

Zinswende als Gewinntreiber

Die EZB steht unter Zugzwang. Im Mai kletterte die Inflation im Euroraum auf 3,2 Prozent. Das ist der höchste Stand seit Herbst 2023. Am Geldmarkt rechnen Händler fest mit einer Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte. Der Einlagensatz würde damit auf 2,25 Prozent steigen.

Für die Frankfurter Bank ist das eine hervorragende Nachricht. Höhere Zinsen treiben die Nettozinsmarge direkt an. Schon im ersten Quartal hielt das Institut den Zinsüberschuss auf einem beachtlichen Niveau. Ein weiterer Zinsschritt stützt das operative Geschäft massiv.

Streit um das UniCredit-Angebot

Abseits der Zinspolitik spitzt sich der Übernahmepoker zu. Am 16. Juni um Mitternacht endet die reguläre Annahmefrist für die UniCredit-Offerte. Die Italiener bieten 0,485 eigene Papiere je Commerzbank-Aktie. Das entspricht einem Gegenwert von knapp 31 Euro. Der aktuelle Börsenkurs liegt deutlich darüber.

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Kein Wunder. Das Management der Commerzbank wehrt sich vehement gegen den Deal. Zuletzt griff der Vorstand die gemeldete Annahmequote von 7,58 Prozent scharf an. Nach eigenen Angaben fand die Bank bisher keinen einzigen institutionellen Investor unter den Verkäufern. Privatanleger machen lediglich 0,05 Prozent aus.

Der Rest stammt laut Commerzbank von Banken und Derivate-Partnern der UniCredit. Nun prüft die Finanzaufsicht BaFin die Vorgänge. Sie muss klären, ob echtes Interesse aus dem freien Aktionariat besteht.

Rekordzahlen als Schutzschild

Der Vorstand setzt der Übernahme harte Fakten entgegen. Anfang des Jahres sprang der operative Gewinn auf 1,4 Milliarden Euro. Daraufhin hob das Management die Jahresprognose auf mindestens 3,4 Milliarden Euro an.

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Aktionäre profitieren direkt von dieser Stärke. Die Dividende steigt auf 1,10 Euro je Aktie. Hinzu kommt ein weitreichendes Aktienrückkaufprogramm. Das Institut darf bis zu zehn Prozent des Grundkapitals erwerben.

An der Börse zahlt sich der Kurs der Eigenständigkeit bisher aus. Bei einem Schlusskurs von 36,82 Euro steht auf Jahressicht ein Plus von gut 32 Prozent. Charttechnisch hält sich die Aktie stabil über der wichtigen 50-Tage-Linie.

Läuft die Frist am 16. Juni ergebnislos ab, verliert das Papier eine wichtige Stütze. Die eingepreiste Übernahmeprämie dürfte aus dem Kurs verschwinden. Ein kurzfristiger Rücksetzer wäre die logische Konsequenz. UniCredit bleibt der Commerzbank als Großaktionär jedoch erhalten.

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