Heute entscheidet sich, ob UniCredit sein Übernahmeangebot für die Commerzbank überhaupt stellen kann. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in Mailand stimmen die UniCredit-Aktionäre über eine Kapitalerhöhung ab — die Voraussetzung für das geplante Tauschangebot. Parallel dazu häufen sich die Rückschläge für den Mailänder Konzern.
BaFin stoppt Negativkampagne
Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat UniCredit per Anordnung untersagt, eine laufende Werbekampagne gegen die Commerzbank fortzusetzen. Die Anzeigen hatten die Frankfurter Bank öffentlich als „vernachlässigt“ und „unsicher“ bezeichnet — Formulierungen, die die BaFin als reißerisch und unsachlich einstufte. Rechtsgrundlage ist § 28 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes. UniCredit hat die Anzeigen inzwischen entfernt.
Berlin scheitert mit Suche nach Alternativ-Investor
Hinter den Kulissen versuchte die Bundesregierung, einen weißen Ritter zu finden. Deutsche Regierungsvertreter nahmen informell Kontakt zu europäischen Banken auf, um auszuloten, ob ein strategischer Investor Anteile an der Commerzbank übernehmen könnte. Die Sondierungen blieben erfolglos.
Der Bund hält rund 12 Prozent an der Commerzbank und lehnt einen Verkauf seiner Anteile bisher ab. Berlins Kernsorge: Ein Zusammenschluss würde die Kontrolle über ein für den deutschen Mittelstand zentrales Kreditinstitut nach Mailand verlagern.
Angebot liegt unter aktuellem Börsenwert
Das Tauschangebot steht unter Druck. UniCredit-Chef Andrea Orcel hatte das Angebot im März 2026 angekündigt: 0,485 UniCredit-Aktien je Commerzbank-Aktie, was damals einer Bewertung von rund 35 Milliarden Euro entsprach. Seitdem ist die Commerzbank-Aktie deutlich gestiegen — der aktuelle Börsenwert liegt bei rund 40 Milliarden Euro. Das Angebot notiert damit spürbar unter dem Marktwert.
Orcel hielt sich eine Nachbesserung offen: „Wenn es in den nächsten Wochen noch Gespräche gibt und es zu einem Kompromiss kommt, dann könnte sich etwas ändern.“ Das verbindliche Übernahmeangebot hat er für Dienstag, den 5. Mai, angekündigt.
Commerzbank beharrt auf Eigenständigkeit
Die Commerzbank sieht nach Gesprächen mit UniCredit keine Grundlage für eine einvernehmliche Transaktion. UniCredit habe weiterhin keine wesentlichen neuen Details zu einem wertschaffenden Zusammenschluss offengelegt. Jedes Angebot müsse eine marktübliche Prämie enthalten und für alle Stakeholder Wert schaffen, betont das Frankfurter Institut.
Am 8. Mai veröffentlicht die Commerzbank ihre Quartalszahlen — verbunden mit einer angekündigten Anhebung der Finanzziele und weiteren Details zum Strategie-Update. Das Timing ist kein Zufall: Die Bank will zeigen, dass sie den Kurs aus eigener Kraft halten kann. Stimmen die UniCredit-Aktionäre heute der Kapitalerhöhung zu und legt Orcel morgen das formelle Angebot vor, ist mit einem Ergebnis Ende Juni oder im Juli 2026 zu rechnen.
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