Liebe Traderinnen und Trader,
39,75 Euro – bis dahin kletterte die Commerzbank-Aktie im Handelsverlauf, ehe sie ins Minus drehte und nahezu unverändert bei 39,25 Euro schloss. Ein Muster, das sich am Mittwoch durch mehrere Titel zog: Der DAX erreichte ein frisches Rekordhoch und konnte es nicht halten. Der Indexstand selbst ist dabei die am wenigsten aufschlussreiche Zahl des Tages. Spannender ist, welche Einzelwerte zu echten Signalen für die Woche werden – zwischen einer zögerlichen Fed, einer entschlossenen EZB und einer Berichtssaison, die gnadenlos zwischen Gewinnern und Verlierern trennt.
Nicht nur der DAX markiert Rekordstände – auch der US-Leitindex S&P 500 bewegt sich auf Rekordniveau, was die Frage nach den aussichtsreichsten Einzelwerten für Anleger drängender macht. Ein kostenloser Report nennt drei US-Aktien inklusive Einstiegszeitpunkten und Kaufsignalen. Jetzt Top-3-US-Aktien-Report sichern
Commerzbank: Die Zins-Wette kippt mitten im Höhenflug
Mit 39,75 Euro riss die Commerzbank-Aktie ihr bisheriges Jahreshoch von 38,25 Euro klar nach oben durch – um dann ins Minus zu drehen. Der Hintergrund ist eine ungewöhnliche geldpolitische Gemengelage: Ein schwacher ADP-Beschäftigungsbericht (Juli: +44.000 Stellen statt der erwarteten 70.000) und ein durchwachsener ISM-Dienstleistungsindex haben die Wahrscheinlichkeit für einen Fed-Zinsschritt im September von rund 67 auf 56 bis 59 Prozent gedrückt. Die EZB dagegen gilt weiterhin als nahe an einem eigenen Zinsschritt im September, trotz der Unsicherheit rund um die Straße von Hormus.
Für ein zinssensitives Institut wie die Commerzbank – seit Jahresbeginn knapp 9 Prozent, binnen zwölf Monaten über 23 Prozent im Plus – ist genau diese Divergenz der Kurstreiber: Ein geldpolitisch strafferer Euroraum bei gleichzeitig zögerlicher Fed verschiebt die Zinsmargen-Fantasie zugunsten europäischer Banken gegenüber ihren US-Konkurrenten. Für Halter der Aktie bleibt die 39,75-Euro-Marke der Referenzpunkt: Ein nachhaltiger Ausbruch darüber wäre das stärkere Signal als der Rücksetzer vom Mittwoch.
Bayer: UBS traut dem Kerngeschäft 19 Prozent mehr zu
Nach den Q2-Zahlen hob UBS die Einstufung für Bayer auf „Buy“ mit einem neuen Kursziel von 62 Euro – zuvor 52 Euro, ein Sprung von rund 19 Prozent. Der Auslöser: ein operatives Ergebnis im Kerngeschäft, das die Konsensschätzungen um 10 Prozent übertraf. Neue Informationen zur Glyphosat-Klagewelle gab es dabei ausdrücklich nicht – die Kursbewegung ist reine Ertrags-, keine Rechtsstory.
Die Aktie sprang im Tagesverlauf bis auf 50,40 Euro und schloss mit einem Plus von gut 2 Prozent bei 49,45 Euro. Damit bleibt sie noch unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro aus dem Juli. Der Weg dorthin ist kurz, und mit UBS im Rücken dürfte die Luft nach oben zunächst intakt bleiben – solange keine neuen Rechtsrisiken auftauchen.
Nvidia gegen AMD: Die Guidance entscheidet, nicht der Beat
AMD lieferte im zweiten Quartal Umsatz und Gewinn über den Erwartungen – und brach an der Börse dennoch spürbar ein, was zeitweise auch den Nasdaq belastete. Nvidia dagegen legte an mehreren US-Handelsplätzen zwischen rund 2 und 4 Prozent zu. Der Markt unterscheidet in dieser KI-Berichtssaison inzwischen sehr genau zwischen Anbietern mit sauberer Guidance und solchen mit Wachstumssorgen.
Für Depots mit Nasdaq- oder KI-Chip-Exposure ist das die eigentliche Lehre dieser Woche: Reine Beat-Zahlen reichen nicht mehr, die Kursreaktion hängt am Ausblick. Ein ähnliches Muster zeigte sich zuletzt bei Infineon, wo Sorgen um Halbleiter-Konkurrenz aus China auf die Stimmung drücken. Wer auf den Sektor setzt, sollte beobachten, ob sich die Stärke bei Nvidia festigt – oder ob die AMD-Skepsis auf den gesamten Chip-Komplex überschwappt.
Die aktuelle Berichtssaison zeigt: Am KI-Megatrend führt für Anleger kein Weg vorbei – doch nicht jeder Titel liefert die gleiche Kursfantasie. Ein kostenloser Report stellt die Top 10 Big-Data-Aktien vor, die von der KI-Welle besonders profitieren könnten. Kostenlosen KI-Report herunterladen
Gold und Silber: Die gleiche Fed-Wette treibt die Edelmetalle
Dieselbe Zinslogik, die die Commerzbank bewegt, treibt auch die Edelmetalle: Nach dem schwachen ADP-Bericht und dem durchwachsenen ISM-Service-Wert ist die Wahrscheinlichkeit für eine Fed-Zinserhöhung im September von rund 67 auf teils unter 60 Prozent gefallen. Das schwächt den Dollar – Gold markierte ein Mehrwochenhoch, Silber zog noch stärker an. Hinzu kommt Hoffnung auf einen Übergangsdeal zwischen den USA und Iran zur Öffnung der Straße von Hormus, der das geopolitische Prämienpolster im Ölpreis mindert, die sichere-Hafen-Nachfrage nach Edelmetallen bislang aber nicht bremst.
Technisch gilt eine Marke um 4.200 Dollar als nächste Unterstützung, Widerstände liegen bei rund 4.270 und 4.350 Dollar. Für Inhaber von Gold- und Silber-ETCs ist das die Leitplanke für die nächsten Handelstage: Solange die Fed-Zinswette so volatil bleibt, dürfte auch die Schwankungsbreite bei Edelmetallen hoch bleiben.
Wacker Chemie: Washington soll retten, was das Geschäft nicht liefert
Das Polysilizium-EBITDA von Wacker Chemie brach im zweiten Quartal auf nur noch 11 Millionen Euro ein – ein Rückgang von 66 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Trotzdem zog die Aktie an, und Analysten hoben ihr Kursziel auf 95 Euro von zuvor 90 Euro an, bei weiterhin unveränderter „Hold“-Einstufung.
Der Grund liegt nicht in der aktuellen Zahl, sondern in der Erwartung eines geplanten US-Maßnahmenpakets nach Section 232, das Zölle und Mindestpreise für Solar-Polysilizium vorsehen könnte und damit die Marktverzerrung durch chinesische Überkapazitäten begrenzen würde. Das ist ein klassisches Politik-Trade-Setup: Wer hier einsteigt, wettet nicht auf die aktuellen Segmentzahlen, sondern auf regulatorischen Rückenwind aus Washington.
Marschroute
- Commerzbank: 39,75 Euro ist die Marke. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber wiegt mehr als der Rücksetzer vom Mittwoch – er wäre die Bestätigung der Zins-Divergenz-These.
- Bayer: Der Weg zum Juli-Hoch bei 53,86 Euro ist kurz. UBS‘ 62-Euro-Ziel gibt Rückenwind, solange keine neuen Glyphosat-Risiken auftauchen.
- Nvidia/AMD: Beobachten, ob sich die Guidance-Prämie bei Nvidia festigt oder die AMD-Skepsis auf Infineon & Co. überspringt – ein Frühindikator für die gesamte Chip-Berichtssaison.
- Gold/Silber: Zone 4.200 bis 4.350 Dollar im Blick behalten. Solange die Fed-Zinswette volatil bleibt, bleibt auch die Handelsspanne bei Edelmetallen breit.
- Wacker Chemie: Ein reiner Politik-Trade – wer einsteigt, wettet auf das Section-232-Paket aus Washington, nicht auf die aktuelle Segmentzahl.
Gute Trades, Ihr Andreas Sommer
Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 5. August liefert die Antwort:
Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 5. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


