UniCredit hat die erste Runde im Übernahmepoker ausgezählt. Das Ergebnis ist ernüchternd — zumindest aus Sicht der Italiener.

Nach Ablauf der ersten Annahmefrist am 16. Juni wurden 141 Millionen Commerzbank-Aktien angedient. Das entspricht rund 12,51 Prozent des Grundkapitals. Für ein freiwilliges Übernahmeangebot dieser Größenordnung ist das ein schwacher Zuspruch.

Commerzbank zweifelt an den Zahlen

Die Commerzbank selbst ordnet die Quote noch skeptischer ein. Am 10. Juni erklärte die Bank, keinen institutionellen Investor identifiziert zu haben, der Aktien angedient habe. Die Beteiligung von Privatanlegern habe bei rund 0,05 Prozent gelegen. Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen den Aktionären weiterhin, das Angebot abzulehnen.

UniCredits Gesamtposition sieht dennoch beachtlich aus. Der Mailänder Konzern hält direkt rund 26,77 Prozent der Commerzbank-Aktien. Hinzu kommen Instrumente aus Total-Return-Swap-Vereinbarungen über weitere 3,22 Prozent. Reuters beziffert die Gesamtposition damit auf rund 42,5 Prozent.

Nachfrist bis 3. Juli

Aktionäre, die das Angebot noch nicht angenommen haben, können dies bis zum 3. Juli 2026 nachholen. Die Gegenleistung bleibt unverändert: 0,485 neue UniCredit-Aktien je angedienter Commerzbank-Aktie. Das Ergebnis dieser Nachfrist veröffentlicht UniCredit voraussichtlich am 8. Juli.

Den Abschluss des gesamten Übernahmeverfahrens erwartet die Commerzbank erst 2027. UniCredit braucht noch mehrere regulatorische Freigaben — darunter fusionskontrollrechtliche Genehmigungen, eine EU-Prüfung zu ausländischen Subventionen und finanzaufsichtliche Zustimmungen.

Aktie nahe am Allzeithoch

Der Kurs spiegelt die Übernahmeprämie deutlich wider. Am Freitag schloss die Commerzbank-Aktie bei 38,33 Euro — nur 1,34 Prozent unter dem am selben Tag markierten 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro. Auf Jahressicht hat das Papier rund 39 Prozent zugelegt.

Der nächste harte Termin ist der 3. Juli. Bis dahin entscheidet sich, ob die Nachfrist nennenswert mehr Aktionäre überzeugt — oder ob UniCredit mit dem bisherigen Annahmeergebnis in die regulatorische Warteschleife geht.